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Einstellung
Kamera · Begriffe

Einstellung

Shot
Murnau AI illustration
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Eine Einstellung ist ein ununterbrochener Filmabschnitt zwischen zwei Schnitten. Kleinste Einheit im Schnitt.

Technische Details

Einstellungen werden nach Bildausschnitt klassifiziert: Extreme Totale (XLS), Totale (LS), Halbtotale (MLS), Halbnah (MS), Amerikanisch (CMS), Nah (CU), Groß (BCU) und Detail (ECU). Die Brennweiten variieren je nach Sensor: Bei Super35 (24,89 × 18,66 mm) entspricht Weitwinkel 14-35mm, Normal 50mm, leichtes Tele 85-135mm. Bewegungsarten unterteilen sich in statische Shots, Schwenks (Pan/Tilt), Fahrten (Dolly/Tracking) und Zoom. Moderne digitale Kameras zeichnen Einstellungen in Containerformaten wie MXF oder MOV auf, wobei die Metadaten automatisch Timecode, Clipnummer und Kameraeinstellungen erfassen.

Geschichte & Entwicklung

Die erste bewusst komponierte Einstellung filmte Louis Le Prince 1888 in Leeds mit einer Belichtungszeit von 1/32 Sekunde pro Bild. Georges Méliès entwickelte ab 1896 die ersten inszenierten Einstellungen mit Tableaustil. D.W. Griffith revolutionierte 1908-1915 die Einstellungsgrößen durch systematische Verwendung von Nah- und Detailaufnahmen. Orson Welles etablierte 1941 mit "Citizen Kane" die Plansequenz als Kunstform – Einstellungen von über vier Minuten Länge. Die Steadicam (1976) und digitale Kameras (ab 1999) erweiterten die technischen Möglichkeiten für komplexe Einstellungsbewegungen erheblich.

Praxiseinsatz im Film

Kubricks "2001" (1968) nutzt 679 Einstellungen bei 149 Minuten Laufzeit – durchschnittlich 13,2 Sekunden pro Shot. Gegensatz: "Mad Max: Fury Road" (2015) verwendet über 2.700 Einstellungen bei 120 Minuten, also 2,7 Sekunden pro Einstellung. Birdman (2014) simuliert eine einzige Einstellung durch unsichtbare Schnitte zwischen 15 tatsächlichen Langzeit-Shots. Hitchcock plante "Rope" (1948) als zehn ununterbrochene Einstellungen à zehn Minuten – die maximale Länge einer 35mm-Filmrolle.

Vergleich & Alternativen

Eine Einstellung unterscheidet sich vom Schnitt (Cut) als Übergang zwischen Einstellungen und von der Szene als inhaltlich-dramaturgische Einheit. Take bezeichnet den Aufnahmeversuch einer geplanten Einstellung, während Shot das finale Ergebnis meint. Master Shot erfasst eine komplette Szene in einer Einstellung, Coverage bedeutet multiple Einstellungen derselben Szene aus verschiedenen Winkeln. Insert Shots zeigen spezifische Details, Cutaways führen vom Hauptgeschehen weg. Die Sequenz verbindet mehrere Einstellungen zu einer übergeordneten Erzähleinheit.

Aktuelles

Moderne Kameratechnik ermöglicht zunehmend hybride Aufnahmeverfahren für komplexe Shot-Bewegungen. Ein aktuelles Beispiel zeigt die Kombination aus Slider und Mini Lenny Arm für kontrollierte Handheld-Shots, bei der die Spontaneität der Handkamera mit präziser technischer Steuerung verbunden wird. Solche Setups erweitern die kreativen Möglichkeiten bei der Shot-Gestaltung erheblich.

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