Sonys logarithmische Gammakurve zweiter Generation mit großem Dynamikumfang.
Überblick
S-Log2 ist eine logarithmische Aufnahme-Gammakurve (Transferfunktion) von Sony, kein Beleuchtungs- oder Grip-Gerät. Sie wird in der Kamera als Teil eines Picture Profiles aktiviert und speichert das vom Sensor erfasste Signal so, dass ein möglichst großer Helligkeits- und Kontrastumfang erhalten bleibt. Das aufgezeichnete Bild wirkt dadurch flach und entsättigt; der finale Look entsteht erst im Grading (Postproduktion). S-Log2 wurde 2010 mit der Sony PMW-F3 eingeführt und ist auf die zugehörige Weitwinkel-Farbraum-Spezifikation S-Gamut abgestimmt; in Profilen taucht es daher meist als Kombination S-Gamut/S-Log2 auf.
Technische Eigenschaften
S-Log2 ist eine reine Aufnahmekurve und definiert keine physikalischen Lampenwerte. Charakteristisch sind die Tonwert-Zuordnungen der Belichtung sowie das Verhalten gegenüber dem Nachfolger S-Log3.
| Referenzwert | Lage in S-Log2 |
|---|---|
| 18 % Mittelgrau | ca. 32 IRE |
| 90 % Weiß | ca. 59 IRE |
| Dynamikumfang (Sony-Angabe) | bis ca. 1300 % Signalbereich; Sony nennt hierfür rund 14 Blendenstufen, in der Praxis wird der nutzbare Umfang oft etwas geringer eingeschätzt |
- Im S-Log2-Modus liegt die minimal verfügbare ISO/Empfindlichkeit höher als üblich, da für den großen Dynamikumfang eine andere Belichtungssteuerung genutzt wird.
- Das Rauschen ist sichtbarer als bei anderen Gammakurven; viele Anwender belichten daher bewusst überbelichtet (ETTR), um die Schatten sauber zu halten.
Einsatz am Set und Abgrenzung zu S-Log3
S-Log2 wird gewählt, um Highlights und kontrastreiche Motive mit großem Spielraum aufzunehmen; die eigentliche Bildgestaltung erfolgt im Color Grading. Zur Kontrolle am Set kommen Belichtungshilfen (Zebra, Falschfarben, Histogramm) sowie ein LUT-fähiger Monitor zum Einsatz, um aus dem flachen S-Log2-Bild eine korrigierte Rec.709-Vorschau zu erzeugen.
Der 2013 mit dem v3.0-Firmware-Update für die Sony PMW-F5 und PMW-F55 eingeführte Nachfolger S-Log3 (zusammen mit S-Gamut3/S-Gamut3.Cine, später auch für die F65) bietet rund 1,5 Blendenstufen mehr Dynamikumfang, eine eher reine Log-Charakteristik im Schatten- und Mitteltonbereich und gradationstechnisch ein Verhalten, das gescanntem Film näherkommt. Die F55 selbst kam zunächst noch ausschließlich mit S-Log2-Gamma auf den Markt. S-Log2 gilt im Gegenzug als vorteilhaft bei sehr kontrastreichen Szenen mit hohem Lichtanteil.