Globale Farbanpassungen die das gesamte Bild gleichmäßig beeinflussen.
Überblick
Primary Correction (deutsch: Primärkorrektur) bezeichnet im Color Grading alle Eingriffe, die das gesamte Bild bzw. den überwiegenden Teil aller Pixel gleichmäßig beeinflussen. Es ist der erste Arbeitsschritt der Farbbearbeitung und dient dazu, Belichtung, Weißabgleich, Kontrast und Farbbalance einer Einstellung zu vereinheitlichen, Farbstiche zu entfernen und einen neutralen, ausgewogenen Ausgangspunkt zu schaffen.
Auf dieser Basis setzen anschließend die Secondary Corrections auf – Eingriffe, die nur bestimmte Bildbereiche oder einzelne Farben betreffen (etwa über Masken, Power Windows oder Qualifier). Während die Primärkorrektur „global" wirkt, arbeiten Sekundärkorrekturen „selektiv".
Werkzeuge
Die Primärkorrektur wird typischerweise über folgende Werkzeuge ausgeführt (Bezeichnungen nach DaVinci Resolve):
- Color Wheels / Lift-Gamma-Gain (LGG) – Lift wirkt vorrangig auf die Schatten, Gamma auf die Mitteltöne, Gain auf die Lichter. Diese Trennung nach Tonwertbereichen ist der Branchenstandard in professionellen Grading-Anwendungen.
- Offset – verschiebt das gesamte Bild gleichmäßig und dient u. a. dem Weißabgleich.
- Primary Bars – Einstellung der Kanäle Rot, Grün und Blau separat.
- Globale Regler für Kontrast, Sättigung, Temperatur (Temperature) und Tint.
Einordnung in den Workflow
Die Primärkorrektur steht am Anfang der Grading-Kette. Sie sorgt zunächst für ein technisch sauberes, ausbalanciertes Bild (häufig als „Color Correction" verstanden), bevor in den Sekundärkorrekturen und der eigentlichen Look-Entwicklung kreative Farbentscheidungen getroffen werden. Eine konsistente Primärkorrektur über alle Einstellungen einer Szene hinweg ist die Voraussetzung für ein einheitliches Erscheinungsbild (Shot Matching) und für jede darauf aufbauende kreative Farbgestaltung.