LED-System mit zusätzlicher warmweißer Diode neben RGB+W — erzeugt natürlichere Hauttöne bei warmen Farbtemperaturen.
Überblick
RGBWW steht für Red, Green, Blue plus zwei zusätzliche Weiß-Kanäle. Es handelt sich nicht um ein konkretes Gerät oder einen Hersteller, sondern um eine Bezeichnung für die Emitter-Bestückung beziehungsweise Farbmischarchitektur einer LED-Leuchte. Gegenüber reinen RGB-Leuchten und gegenüber RGBW (vier Kanäle) ergänzt RGBWW einen fünften Kanal, um neutrale und stimmige Weißtöne sowie eine flexiblere Farbtemperatursteuerung zu erreichen.
Der Hintergrund: Mischt man Weiß ausschließlich aus den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau, entsteht oft ein farbstichiges Weiß mit eingeschränkter Farbwiedergabe. Dedizierte Weiß-Emitter liefern ein saubereres Weiß und verbessern die Farbtreue, was für Hauttöne und konsistente Aufnahmen relevant ist.
Die zwei Bedeutungen des zweiten W
In der Praxis wird das zweite W uneinheitlich verwendet. Es gibt zwei gängige Auslegungen:
- Warmweiß-Variante: RGB plus ein zusätzlicher reiner Warmweiß-Kanal, der wärmere Töne unterhalb des Tageslichtbereichs sauber abbildet.
- Dual-Weiß / Tunable-White-Variante: RGB plus zwei Weiß-Emitter mit unterschiedlicher Farbtemperatur – typischerweise ein warmweißer und ein tageslicht-/kaltweißer Kanal. Durch deren Mischung lässt sich die Farbtemperatur des Weißlichts stufenlos einstellen (Tunable White).
Die genaue Bedeutung hängt vom jeweiligen Produkt ab und sollte im Datenblatt geprüft werden. Verwandte Bezeichnungen sind RGBW (ein Weiß-Kanal), RGBCCT (RGB plus regelbare Farbtemperatur) sowie RGBCW (RGB plus Kalt- und Warmweiß).
Einsatz am Set
RGBWW-Leuchten verbinden vollwertige Farbmischung für Effekt- und Stimmungslicht mit hochwertigem, regelbarem Weißlicht. Das macht sie als vielseitige Allrounder am Set interessant: dieselbe Leuchte kann sauberes Arbeits- und Schauspielerlicht in definierter Farbtemperatur liefern und ebenso gesättigte Farben für Hintergründe, Practicals oder Effekte erzeugen.
Die Ansteuerung erfolgt in professionellen Geräten in der Regel über DMX; jeder Emitter-Kanal kann eine eigene Steueradresse belegen, was bei größeren Setups eine bewusste Kanalplanung erfordert.