LED-Technologie mit roten, grünen, blauen und weißen Dioden — ermöglicht präzise Farbtemperatursteuerung ohne Farbfilter.
Überblick
RGBW bezeichnet ein additives Farbmischsystem in LED-Leuchten, das neben den drei Grundfarben Rot (R), Grün (G) und Blau (B) einen zusätzlichen dedizierten Weiß-Emitter (W) nutzt. Reine RGB-Leuchten erzeugen Weiß durch das gleichzeitige Mischen der drei Farbkanäle. Dieses gemischte Weiß ist jedoch oft leicht farbstichig, weniger hell und hat eine lückenhafte spektrale Verteilung. Der separate Weiß-Chip in einer RGBW-Leuchte liefert ein direkteres, helleres und sauberes Weiß und verbessert zugleich die Wiedergabe heller Pastelltöne, die mit reinem RGB schwer zu treffen sind.
RGBW ist kein Produktname, kein ANSI-Lampencode und kein einzelnes Gerät, sondern eine Bezeichnung für die LED-Bestückung (das Chipset) einer Leuchte. Man findet sie bei Tubes, Panels, Softlights und Akku-Punktleuchten zahlreicher Hersteller im Film- und TV-Bereich.
Funktionsprinzip
RGBW arbeitet additiv: Die einzelnen Emitter werden in der Helligkeit geregelt und ihr Licht überlagert sich zu einer Mischfarbe. Der Weiß-Kanal erweitert dabei den nutzbaren Bereich gegenüber reinem RGB in zwei Richtungen:
- Saubereres Weiß und höhere Lichtausbeute im Weiß- und Pastellbereich, da nicht alle drei Farbkanäle gegeneinander arbeiten müssen.
- Genauere helle, entsättigte Töne (z. B. Hauttöne, leichte Tönungen), die sich mit RGB allein nur schwer reproduzieren lassen.
Verwandte Systeme erweitern dieses Prinzip weiter: RGBA ergänzt einen Amber-Emitter für wärmere Töne, RGBWW nutzt zwei zusätzliche Weiß-Emitter (typischerweise warm- und tageslichtweiß) und gilt in der professionellen Filmbeleuchtung wegen besserer Hauttonwiedergabe und größerem Tonumfang oft als hochwertiger als reines RGBW.
Einsatz am Set
RGBW-Leuchten dienen am Set sowohl als gestaltendes Effekt- und Stimmungslicht (z. B. Practicals, farbige Akzente, Hintergrundwäschen) als auch als variables Arbeitslicht über ihren Weiß-Kanal mit einstellbarer Farbtemperatur. Die Farb- und Effektsteuerung erfolgt in der Regel über DMX/RDM, App oder bordeigene Bedienelemente.
Bei der Auswahl ist relevant, dass RGBW gegenüber reinen Bi-Color- oder Vollspektrum-Tageslicht-Leuchten beim reinen Weißlicht in Farbwiedergabe und Spektrum schwächer sein kann. Wo es auf präzise, kontinuierliche Weißwiedergabe ankommt, sind RGBWW- oder dedizierte Vollspektrum-Lösungen häufig die bessere Wahl; die Stärke von RGBW liegt im flexiblen, gesättigten Farblicht.