Der Moment, in dem Kamera und Ton laufen und die Szene tatsächlich gedreht wird — ab Klappe bis Cut. Alles andere ist Vorbereitung.
Record — im Deutschen schlicht Aufnahme — bezeichnet den Zustand, in dem Kamera und Ton gleichzeitig laufen und die Szene aktiv aufgezeichnet wird. Es ist der Befehl, den der Regisseur oder 1st AD nach „Kamera ab!" und „Ton läuft!" gibt, und der einzige Moment am Set, in dem absolute Ruhe herrscht. Alles, was vorher passiert — Proben, Einleuchten, Schärfe ziehen — ist Vorbereitung. Alles, was nach „Cut!" kommt, ist Nachbereitung. Record ist der schmale Grat dazwischen, in dem alle Gewerke synchron arbeiten und das Material entsteht.
Der Ablauf: Von „Ruhe bitte" bis „Cut"
Die Standard-Sequenz an einem professionellen Set: 1st AD ruft „Ruhe bitte — wir drehen!" (alle Gespräche verstummen, Handys stumm). Dann: „Kamera ab!" — der Kameramann oder DIT startet die Aufnahme, das tally light leuchtet rot. Dann: „Ton läuft!" — der Tonmeister bestätigt, dass der Recorder Pegel hat. Die Klappe wird geschlagen (visueller und akustischer Sync-Punkt). Dann: „Und — bitte!" (Action). Die Szene läuft. Nach dem letzten Wort folgt eine kurze Pause (1–3 Sekunden, für den Schnitt), dann „Cut!" oder „Danke, cut!" — Kamera und Ton stoppen. Diese Choreografie wiederholt sich 20- bis 50-mal pro Drehtag.
Was zwischen „Record" und „Cut" schiefgehen kann
Während der Aufnahme haben alle Gewerke spezifische Fehlerquellen. Kamera: Fokus driftet (der 1st AC hat die Markierung um 2 cm verpasst), Objektiv flackert (falscher Fassungsadapter), Sensor überhitzt. Ton: Funkstrecke rauscht (Schauspieler hat sich umgedreht und den Sender verdeckt), Pegel clippt (unerwarteter Schrei), Boom taucht ins Bild (der Operator hat nach 4 Minuten schwere Arme). Licht: HMI flackert (Vorschaltgerät überhitzt), Gels flattern (Windstoß), Praktikable Lampe erlischt (Glühbirne durchgebrannt). Set: Ein Flugzeug übertönt die Szene, das Catering-Zelt liefert Kühlschrankbrummen ins Tonbild, eine Tür knallt im falschen Moment. Der Regisseur ruft nur dann „Cut", wenn der Fehler den Take unbrauchbar macht — kleine Störungen werden durchgezogen und später im Schnitt kaschiert.
Take-Nummern und Reporting
Jede Aufnahme wird mit einer Take-Nummer versehen: „Szene 24, Take 3". Der Script Supervisor notiert im continuity report für jeden Take: Dauer, verwendete Brennweite, technische Fehler, Regie-Kommentar („gut für Schnitt", „nur Sicherheit", „der hier — print!"). Der circled take — der Take, den der Regisseur für den Schnitt auswählt — wird auf der Klappe eingekreist und im Report fett markiert. Am Ende des Drehtags geht der Report mit den Speicherkarten ins DIT-Zelt. Die Summe aller Takes eines Drehtags ist das footage — bei einem Spielfilm-Drehtag typischerweise 40–90 Minuten Material für 2–3 Seiten Drehbuch.