Motion Picture Association of America — Vorgänger-Name der MPA (bis 2019). Oft noch synonym verwendet. Das Organ hinter den Altersfreigaben.
Die MPAA — Motion Picture Association of America — war bis 2019 der offizielle Name der heutigen Motion Picture Association (MPA), des wichtigsten Branchenverbands der großen US-Studios. Gegründet 1922 als Motion Picture Producers and Distributors of America (MPPDA), verwaltet die Organisation das freiwillige Altersfreigabesystem (G, PG, PG-13, R, NC-17), betreibt Lobbyarbeit in Washington und setzt international Antipiraterie-Maßnahmen durch. Obwohl der Name 2019 offiziell auf MPA verkürzt wurde, ist MPAA im Branchenjargon und in der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin geläufig — besonders in Diskussionen um Filmratings.
Das Rating-System: G, PG, PG-13, R, NC-17
Das MPAA-Rating-System wurde 1968 unter Jack Valenti als Ersatz für den strengen Hays Code eingeführt und ist kein Gesetz, sondern eine freiwillige Selbstverpflichtung der Studios. G (General Audiences): keine Altersbeschränkung. PG (Parental Guidance): Eltern sollten den Film vorher prüfen. PG-13 (seit 1984, eingeführt nach Indiana Jones and the Temple of Doom und Gremlins): „kann für Kinder unter 13 ungeeignet sein". R (Restricted): Zutritt unter 17 nur mit Erwachsenem. NC-17: keine Zutritt unter 18, auch nicht mit Begleitung — das kommerzielle Todesurteil für einen Film, da große Kinoketten und Walmart keine NC-17-Titel führen. Ein Rating wird von einem anonymen Gremium aus Eltern vergeben, nicht von der MPAA selbst — das CARA-Board (Classification and Rating Administration).
Das PG-13-Phänomen und die Ökonomie der Ratings
Das PG-13-Rating ist zum wirtschaftlichen Sweet Spot des US-Kinos geworden: Es erlaubt Actionszenen, leichte Sprache und angedeutete Gewalt, ohne das jugendliche Publikum auszuschließen. Ein R-Rating reduziert das potenzielle Kinopublikum um etwa 30 Prozent. Studioverträge enthalten oft Klauseln, die ein bestimmtes Rating vorschreiben — ein Regisseur, der einen vertraglich zugesicherten PG-13-Film als R abliefert, riskiert den Final Cut zu verlieren. Der dokumentarische Kurzfilm This Film Is Not Yet Rated (2006) legte die Intransparenz des Rating-Prozesses offen: Die Identität der CARA-Mitglieder ist geheim, die Kriterien für Entscheidungen werden nicht offengelegt.
Jenseits der Ratings: Lobby und Piraterie
Neben Ratings ist die MPAA/MPA eine der mächtigsten Lobby-Organisationen Washingtons. Sie verhandelt Handelsabkommen mit China (das strikte Importquoten für ausländische Filme hat), betreibt content protection-Programme gegen Filmpiraterie und setzt sich für strengere Urheberrechtsgesetze ein. Die sechs Major Studios (Disney, Paramount, Sony Pictures, Universal, Warner Bros., Netflix — letzteres seit 2019 als erstes Streaming-Unternehmen) finanzieren den Verband. Für unabhängige Produzenten ist die MPA vor allem durch die Rating-Gebühren relevant: Ein Antrag auf Rating kostet gestaffelt nach Budget — rund 3.000 Dollar für Low-Budget-Filme, bis zu 25.000 Dollar für große Studio-Produktionen.