Traditionsreicher US-Hersteller professioneller Filmbeleuchtung — Marktführer für Tungsten-Scheinwerfer seit 1927.
Technische Details
Mole-Richardson-Scheinwerfer verwenden Fresnel-Linsen mit Durchmessern von 3 bis 20 Zoll (7,6 bis 50,8 cm). Der klassische "Baby" (1K) arbeitet mit 1000-Watt-Tungsten-Halogen-Lampen bei 3200K Farbtemperatur, während der "Senior" (5K) 5000 Watt leistet. Die Fokussierung erfolgt über einen Flood/Spot-Mechanismus mit Abstrahlwinkeln zwischen 12° (Spot) und 60° (Flood). Moderne LED-Varianten wie die Vari-Senior LED bieten 400 Watt Leistungsaufnahme bei 5K-Lichtäquivalent und stufenlose Farbtemperatur-Einstellung von 2700K bis 6500K. Die robusten Gehäuse aus Aluminiumguss wiegen zwischen 4,5 kg (Baby) und 27 kg (20K Senior).
Geschichte & Entwicklung
Peter Mole und Elmer Richardson gründeten das Unternehmen 1927 in Los Angeles. 1935 entwickelten sie den ersten transportablen Fresnel-Scheinwerfer für Filmproduktionen, der die schweren Bogenlampen ablöste. Der Durchbruch kam 1939 mit dem "Type 412 Baby", der zum Industriestandard wurde. In den 1950ern führte Mole-Richardson die Quartz-Halogen-Technologie in Hollywood ein. 2010 begann die Umstellung auf LED-Technologie mit der Tweenie LED-Serie. Heute produziert das Unternehmen klassische Tungsten-Scheinwerfer und moderne LED-Systeme.
Praxiseinsatz im Film
Mole-Richardson-Scheinwerfer prägen seit Jahrzehnten das Hollywood-Lighting. Der Baby-Spot dient als Standard-Key-Light für Nahaufnahmen, während Senior-Spots großflächige Ausleuchtung ermöglichen. In "Citizen Kane" (1941) setzte Gregg Toland Mole-Spots für die charakteristische Tiefenschärfe-Beleuchtung ein. Moderne Produktionen wie "La La Land" (2016) kombinierten klassische Mole-Tungsten-Spots mit LED-Panels für Nachtszenen. Die präzise Lichtsteuerung durch barn doors (Torblenden) und scrims (Diffusions-Filter) ermöglicht exakte Schatten- und Kontrastgestaltung.
Vergleich & Alternativen
Hauptkonkurrenten sind Arri (Compact-Serie), Kino Flo (Fluorescent-Technologie) und ARRI (SkyPanel LED-Serie). Während Mole-Richardson für robuste Tungsten-Scheinwerfer bekannt ist, punktet Arri mit kompakteren HMI-Systemen. LED-Alternativen wie Litepanels Gemini bieten geringeren Stromverbrauch, erreichen aber nicht die Lichtintensität großer Tungsten-Spots. Für controlled Sets bleiben Mole-Spots erste Wahl, während Location-Drehs zunehmend auf batteriebetriebene LED-Systeme setzen.