Sichtbare Veränderung des Bildausschnitts beim Schärfeziehen. Stört bei langsamen Pulls und VFX-Plates — gute Cine-Optiken minimieren Atmung, Foto-Optiken zeigen sie deutlich.
Wenn der Fokus von nah auf fern zieht und sich dabei der Bildausschnitt sichtbar verändert — als würde das Bild kurz ein- und ausatmen — dann ist das Lens Breathing. Bei einem Rack Focus in einer Dialog-Szene wirkt das, als würde die Kamera wackeln, obwohl sie völlig stillsteht.
Warum Cinema-Glas teurer ist
Bei einem Foto-Objektiv stört Breathing nicht, weil man nur einzelne Bilder macht. Im bewegten Bild fällt es sofort auf. Cinema-Objektive werden deshalb mit internen Fokusgruppen konstruiert, die den Bildwinkel beim Fokussieren nicht verändern. Das kostet Entwicklung und Glas — einer der Gründe, warum ein Cooke S7/i 25.000€ kostet und ein vergleichbares Foto-Objektiv 2.000€.
Praxis-Tipp
Foto-Objektive mit geringem Breathing: Canon FD 85mm, Nikon AI-S 50mm f/1.2. Immer vorher testen.
Aktuelles
In der Cinematography-Community wird Lens Breathing zunehmend differenziert bewertet: Während es bei anamorphen Objektiven als unvermeidbar akzeptiert wird, gelten sphärische Festbrennweiten mit sichtbarem Breathing als unprofessionell. Viele DOPs betrachten solche Objektive als "Foto-Linsen", die für ernsthafte Filmproduktionen ungeeignet sind.