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Lineare Kodierung
VFX

Lineare Kodierung

Linear Encoding
Murnau AI illustration
nonlinear encoding linear interpolation linear space

Speicherformat für Farbwerte ohne Gammakurve — Rohdaten direkt vom Sensor. Essentiell für Color Grading und VFX-Compositing, wo jeder mathematische Rechenschritt zählt.

Wer am Digital Intermediate arbeitet oder VFX-Plates in Nuke zusammensetzt, stößt schnell auf das Kernproblem: Deine Sensordaten liegen dir vor, aber der Monitor zeigt sie dir bereits durchgeformt. Die Gamma-Kurve — diese nicht-lineare Helligkeitskompression — ist fürs menschliche Auge gemacht, nicht für mathematische Operationen. Lineare Kodierung umgeht genau das. Sie speichert Farbwerte so ab, wie der Sensor sie erfasst hat — roh, unverfälscht, ohne jene S-Kurve, die Fernsehstandards seit Jahrzehnten prägen.

In der Praxis bedeutet das: Du arbeitest in einem linearen Farbraum, wo die Helligkeitswerte proportional zur tatsächlichen Lichtmenge sind. Ein Pixel mit Wert 0.5 ist genau halb so hell wie einer mit 1.0 — nicht optisch, sondern messbar. Das klingt akademisch, ist aber essentiell für jeden Compositing-Schritt. Wenn du Keying, Color Correction oder Rotoscope-Operationen durchführst, arbeitest du mit Rohdaten. Blur-Filter, Grain-Addition, sogar einfache Multiplikationen — alle diese Rechenschritte ergeben nur dann physikalisch korrekte Ergebnisse, wenn die zugrunde liegenden Werte linear sind. Machst du das in Gamma-Space, kommen visuelle Fehler heraus: dumpfere Übergänge, fehlerhafte Glows, verfälschte Farbmischungen.

Am Set wird linear kodiert, indem du im RAW-Format drehst oder deine Kamera in einem Log-Profil einstellst — wie CinematonicLUT, REDlogfilm oder Sony S-Log. Diese Intermediate-Kodierungen liegen näher bei Linear als Standard-Gamma-Kurven. Im Post-Workflow dekodierst du dann zu echtem Linear — etwa in DaVinci Resolve oder Nuke — und wendest erst dann deine Farbkorrektionen an. Die finale Ausgabe wird dann wieder für den Monitor gamma-kodiert, aber der kreative und technische Prozess dazwischen lebt in linearem Raum.

Das Feinheits-Detail: Es gibt verschiedene lineare Farbreaume — Rec.709 Linear, ACEScg, DCI-P3 Linear — je nach Zielmedium. Aber das Prinzip bleibt: Du arbeitest ohne Gamma-Verzerrung. Wer das ignoriert und direkt in sRGB oder Rec.709 (Gamma-korrigiert) kompostiert, wird mit Farbstichen und unerwünschten Helligkeitssprüngen kämpfen. Die besten VFX-Supervisoren schreiben es ins Briefing: "Alle Plates linear, alle Comps in linearem Farbraum." Das erspart dir Tage an Troubleshooting später.

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