Britischer Hersteller von Farbfiltern, Diffusoren und Lichtformern — Industriestandard mit über 300 nummerierten Filtern.
Technische Details
Lee-Filter bestehen aus hitzebeständigem Polyester mit einer Materialstärke von 0,12 mm und Transmissionswerten zwischen 5% und 95%. Das Farbsystem basiert auf der CIE-Farbmetrik und bietet Farbtemperaturkorrekturen von 2700K bis 6500K. Zu den wichtigsten Kategorien gehören CTB (Color Temperature Blue) und CTO (Color Temperature Orange) Filter mit Stufungen wie 1/8, 1/4, 1/2 und Full. ND-Filter (Neutral Density) sind in 0,3- bis 3,0-Stufen verfügbar, entsprechend 1 bis 10 Blendenstufen Lichtreduktion. Spezialfilter wie Diffusion (216 White Diffusion, 250 Half White Diffusion) und Effektfilter (200 Double CT Blue, 181 Congo Blue) erweitern das Spektrum.
Geschichte & Entwicklung
Edwin F. Lee gründete das Unternehmen 1967 nach seiner Tätigkeit bei Strand Electric. 1982 führte Lee Filters das weltweit erste computergesteuerte Farbmischsystem für Bühnenbeleuchtung ein. Der Durchbruch im Filmbereich erfolgte in den 1980er Jahren durch die Standardisierung der Filtergrößen und die internationale Verbreitung des Nummernsystems. 1994 erweiterte das Sortiment um die HT-Serie (High Temperature) für leistungsstarke Tungsten- und HMI-Scheinwerfer. 2008 lancierte Lee die LED-Serie speziell für moderne LED-Beleuchtung.
Praxiseinsatz im Film
Kameraleute verwenden Lee 85-Filter für die Korrektur von Tageslicht zu Tungsten-Beleuchtung, während Lee 201 (CT Blue) Kunstlicht an Tageslicht anpasst. Roger Deakins nutzte in "Blade Runner 2049" extensiv Lee 200 (Double CT Blue) für die charakteristische orange-blaue Farbpalette. Bei "Mad Max: Fury Road" kamen Lee CTO-Filter zum Einsatz, um die Wüstenatmosphäre zu verstärken. Standard-Workflow: Filter werden in Barndoors eingespannt oder mit Klammern direkt am Scheinwerfer befestigt. Vorteil: präzise Farbkontrolle und internationale Verfügbarkeit. Nachteil: Lichtabsorption reduziert die Intensität um 10-60%.
Vergleich & Alternativen
Hauptkonkurrenten sind Rosco-Filter aus den USA mit abweichender Nummerierung und leicht unterschiedlichen Farbwerten. Während Lee 201 eine Farbtemperatur von 5600K erzeugt, erreicht Rosco 3202 nur 5500K. GAM-Filter aus Frankreich bieten ähnliche Qualität, jedoch geringere internationale Verfügbarkeit. Moderne LED-Panels mit eingebauter Farbkorrektur ersetzen zunehmend Filter bei kleineren Produktionen, erreichen jedoch nicht die Farbgenauigkeit physischer Filter. Für High-End-Produktionen bleiben Lee-Filter Standard, da sie reproduzierbare Ergebnisse bei unterschiedlichen Lichtquellen garantieren.