Filmkopf — unbespielter Streifen am Anfang einer Filmrolle vor dem eigentlichen Bildmaterial. Schützt die erste Einstellung und ermöglicht Spulen und Transport ohne Verschleiß.
Am Anfang jeder Filmrolle wickelt sich eine bestimmte Länge unbespielten Materials ab — etwa 1,5 bis 2 Meter je nach Format und Labor-Standard. Diese Amorce (vom französischen "amorce" = Zündstoff, Anfang) schützt das erste verwertbare Bildmaterial vor Beschädigungen während des Spulens, des Transports und der Projektion. Ohne diesen Puffer würde die Filmkante unter Druck leiden, bevor die erste Einstellung überhaupt startet.
In der Praxis funktioniert die Amorce als Verschleißzone. Der Laborant lässt diese Länge absichtlich leer, weil sie bei jedem Umgang mit der Rolle — vom Entwickeln über das Kopieren bis zur Projektion — mechanischem Verschleiß ausgesetzt ist. Kanten brechen, Emulsion kratzt ab, Staub setzt sich fest. All das passiert in der Amorce, nicht in deiner ersten wertvollen Einstellung. Am Set ist das weniger relevant — dort kümmert sich der Fokus-Puller um Handling. Aber in der Post-Production, besonders beim DCP-Mastering oder beim Schneiden analoger Prints, wird die Amorce zur Routine. Der Cutter kennzeichnet sie, der Colorist ignoriert sie, und der Projektor braucht sie, um den Film sicher aufzuspulen.
Die Länge variiert je nach Projektionsformat. Bei 35mm-Kino sind es standardmäßig etwa 6 bis 8 Fuß (knapp 2 Meter), bei 16mm etwas weniger. Digitale Workflows haben die physische Amorce theoretisch überflüssig gemacht, aber bei der Herstellung von DCP oder bei der Archivierung von originalem Negativ bleibt das Konzept präsent — der Schnittmeister setzt nach wie vor einen definierten Black-Frame-Puffer vor die erste Action.
Was oft verwechselt wird: Die Amorce ist nicht dasselbe wie ein Filmkopf-Balken (clapperboard oder Timecode-Leader). Die Amorce ist stummer, unbeschrifteter Filmstreifen. Ein Balken ist eine bedruckte oder aufgezeichnete Informationstafel. Beide sitzen am Anfang einer Rolle, aber die Amorce ist passive Schutzzone, der Balken ist Metadaten-Träger. Beim Schneiden und in der DCP-Erstellung werden beide gelesen, aber nur die Amorce wird tatsächlich abgefahren und nie projiziert.