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Isco Göttingen
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Isco Göttingen

Isco Gottingen
flowfokuspara · 6 Verwandte Begriffe
Murnau AI illustration
flow fokus para roll setup take

Deutscher Hersteller hochwertiger anamorphotischer Vorsatzlinsen, spezialisiert auf Cinemascope-Optiken für Kinofilmproduktion.

Technische Details

Die klassischen Isco-Objektive arbeiten mit maximalen Blenden zwischen f/1.4 und f/2.8 bei einem Auflagemaß von 52mm für 35mm-Kameras. Das Tessardesign mit vier Linsen in drei Gruppen erreicht eine Auflösung von bis zu 120 Linienpaaren pro Millimeter im Bildzentrum. Die mechanische Konstruktion aus Messing mit vernickelter Oberfläche wiegt zwischen 280g (25mm) und 850g (135mm). Fokussierung erfolgt über Gewindeverstellung mit einem minimalen Arbeitsabstand von 0.8m bei Normalbrennweiten. Die Blendenlamellen aus geschwärztem Stahl erzeugen eine 8-eckige Öffnung.

Geschichte & Entwicklung

1920 übernahm C.P. Goerz die Produktion der ursprünglich für Leica entwickelten Objektive und adaptierte sie für Filmkameras. Nach der Übernahme durch Isco 1928 entstanden in Göttingen bis 1955 etwa 12.000 Kinoobjektive der verschiedenen Brennweiten. Die Hochzeit lag zwischen 1935 und 1950, als deutsche Filmproduktionen standardmäßig auf Isco-Optiken setzten. 1970 stellte Isco die Objektivproduktion ein und konzentrierte sich auf Projektoren. Heute gelten erhaltene Exemplare als Sammlerobjekte mit Preisen zwischen 2.000 und 8.000 Euro.

Praxiseinsatz im Film

Fritz Langs "Metropolis" (1927) nutzte frühe Isco-Prototypen für Nahaufnahmen, während die Normalbrennweiten in Murnaus "Der letzte Mann" (1924) zum Einsatz kamen. In den 1950er Jahren verwendeten deutsche Produktionen wie "Die Sünderin" (1951) ausschließlich Isco-Objektive der 25mm-, 50mm- und 85mm-Reihe. Das charakteristische Bokeh und die Kontrastübertragung bei niedrigen Frequenzen machten sie ideal für Porträts und Innenaufnahmen. Nachteil war die begrenzte Schärfentiefe bei Offenblende und die starke Vignettierung ab f/1.4.

Vergleich & Alternativen

Isco-Objektive konkurrierten mit Zeiss Sonnaren und Leitz Summarit-Modellen, boten jedoch weichere Hauttöne und weniger Kontrast. Moderne Alternativen wie Cooke S4/i oder Zeiss Master Primes erreichen höhere Auflösung, verlieren aber den charakteristischen Vintage-Look. Für Produktionen mit Retro-Ästhetik bleiben originale Isco-Objektive erste Wahl, während digitale Emulationen den Look nur annähernd reproduzieren. Rekonstruktionen wie die Isco Ultra Star Serie von 2010 verwenden moderne Vergütungen, erreichen aber nicht die optischen Eigenschaften der Originale.

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