Deutsche Traditionsmarke für anamorphe Projektions- und Kameraoptiken. Klassische 2x-Anamorphoten seit den 1960ern.
Technische Details
Die Isco Anamorphots werden in Brennweiten von 36mm bis 200mm gefertigt und arbeiten mit einem Anamorphic-Faktor von genau 2,0x. Das Auflagemaß beträgt 52mm bei PL-Mount-Systemen. Die optischen Elemente bestehen aus 8-12 Linsen in 6-8 Gruppen, wobei die charakteristischen Zylinderlinsen für die horizontale Kompression verantwortlich sind. Moderne Isco-Versionen erreichen eine Lichtstärke bis T2.8 und decken Super35mm-Sensoren vollständig ab. Die Naheinstellgrenze liegt je nach Brennweite zwischen 0,8m und 2,1m.
Geschichte & Entwicklung
Isco Optic entwickelte 1953 ihre ersten anamorphen Systeme als Alternative zu den damals dominierenden Bausch & Lomb-CinemaScope-Objektiven. 1961 führte das Unternehmen die Ultrastar-Serie ein, die erstmals variable Brennweiten bei anamorphen Systemen ermöglichte. In den 1970er Jahren etablierten sich Isco-Anamorphots als Standard in europäischen Produktionen. Nach der Übernahme durch Schneider-Kreuznach 2012 wurde die Produktlinie modernisiert und an digitale Sensoren angepasst.
Praxiseinsatz im Film
Sergio Leone verwendete Isco-Anamorphots für die Weitwinkel-Sequenzen in "Spiel mir das Lied vom Tod" (1968), um die charakteristischen horizontalen Lens-Flares zu erzielen. Ridley Scott setzte die Objektive in "Blade Runner" (1982) für Nahaufnahmen ein, da sie weniger Verzerrung als andere anamorphe Systeme produzieren. Der Workflow erfordert präzise Kalibrierung der Schärfenziehapparate, da sich der Fokus bei anamorphen Systemen astigmatisch verhält. Die ovalen Bokeh-Kreise und blauen Lens-Flares sind charakteristische Bildmerkmale.
Vergleich & Alternativen
Isco-Anamorphots unterscheiden sich von Panavision-Systemen durch geringere Verzerrung im Randbereich und weniger ausgeprägte Breathing-Effekte beim Fokussieren. Im Vergleich zu Cooke-Anamorphics bieten sie schärfere Abbildungsleistung, aber weniger "organischen" Look. Moderne Alternativen sind die Atlas Orion-Serie oder Arri Master Anamorphics, die jedoch das dreifache kosten. Vintage-Isco-Objektive werden heute oft mit modernen Kamerasystemen über PL-Adapter verwendet und erzielen bei Vermietern Tagesraten von 150-300 Euro pro Objektiv.