Offener HDR-Standard mit statischen Metadaten, 10-bit Farbtiefe und PQ-Transferfunktion.
Überblick
HDR10 (offiziell „HDR10 Media Profile") ist ein offener, lizenzfreier Standard für High-Dynamic-Range-Video. Er wurde am 27. August 2015 von der Consumer Technology Association (CTA, zum Zeitpunkt der Ankündigung noch unter dem Namen Consumer Electronics Association, CEA – die Umbenennung in CTA erfolgte erst im November 2015) angekündigt und ist heute der am weitesten verbreitete HDR-Basisstandard – unter anderem mit verpflichtender Unterstützung bei Ultra HD Blu-ray sowie auf nahezu allen HDR-fähigen TVs, Streaming-Plattformen und Monitoren. Die Ultra-HD-Blu-ray-Spezifikation wurde 2015 finalisiert, die ersten Discs erschienen Anfang 2016.
HDR10 ist kein Beleuchtungs- oder Grip-Equipment, sondern eine kamera-, post- und monitoringseitige Bildtechnik. Am Set ist HDR10 vor allem relevant für HDR-Monitoring, Display-Auswahl und die Festlegung des Liefer-Mastering-Workflows. Im Gegensatz zu Dolby Vision und HDR10+ arbeitet HDR10 mit statischen Metadaten, die für den gesamten Inhalt gelten – es gibt also keine szenen- oder bildweise Anpassung des Tone-Mappings.
Technische Daten
| Parameter | Spezifikation |
|---|---|
| Übertragungsfunktion (EOTF) | SMPTE ST 2084 (Perceptual Quantizer / PQ) |
| Farbraum | ITU-R BT.2020 (Rec. 2020) Primärfarben |
| Bittiefe | 10 Bit pro Kanal |
| Chroma-Subsampling (komprimiert) | 4:2:0 |
| Metadaten | statisch: SMPTE ST 2086 (Mastering Display Color Volume) plus MaxCLL und MaxFALL |
| Maximale Spitzenhelligkeit (technisch) | bis 10.000 nits |
| Typisches Mastering | meist 1.000 bis 4.000 nits Spitzenhelligkeit |
| Lizenz | offen, lizenzfrei |
Einsatz am Set und in der Post
Bei HDR-Produktionen liefert HDR10 das technische Grundgerüst für das Mastering: Der Farbraum BT.2020 und die PQ-Kurve definieren, wie Helligkeitswerte codiert werden, während die statischen Metadaten (ST 2086 sowie MaxCLL/MaxFALL) dem Wiedergabegerät mitteilen, auf welchem Mastering-Display der Inhalt erstellt wurde und wie hell er maximal ist. Das Display nutzt diese Angaben für das Tone-Mapping.
- Monitoring: HDR-taugliche Referenzmonitore und On-Set-Displays werden auf PQ/BT.2020 gesetzt, um HDR-Pegel beurteilen zu können.
- Statische Metadaten: Da ein einziger Metadatensatz für den gesamten Clip gilt, teilen sich sehr dunkle und sehr helle Szenen dieselben Tone-Mapping-Vorgaben – ein bekannter Schwachpunkt gegenüber dynamischen Verfahren.
- Abgrenzung: HDR10+ erweitert das HDR10-Framework um dynamische, szenen-/bildweise Metadaten; Dolby Vision nutzt ebenfalls dynamische Metadaten und unterstützt bis zu 12 Bit. Beide bauen auf der gleichen PQ-Grundlage auf, sind aber weitergehende bzw. lizenzierte Formate.