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Graukarte
Kamera

Graukarte

Gray Card
35mm still cameragrid chartsensitogram · 5 Verwandte Begriffe
Murnau AI illustration
35mm still camera grid chart sensitogram graduated nd hard grad nd

18%-Grau-Referenzmittel für Weißabgleich und Belichtung — vor dem Take ins Bild halten, mit der Kamera fokussieren. Verhindert Farbstiche und Belichtungsfehler im gesamten Setup.

Auf dem Set hältst du die Graukarte vor die erste Einstellung ins Bild — ein simples, graues Stück Kunststoff oder Pappe, das 18 Prozent des einfallenden Lichts reflektiert. Das ist der Standard, auf den Kamerasysteme kalibriert sind. Du fokussierst drauf, machst einen kurzen Take von zwei bis drei Sekunden, dann weg damit. Im Schnitt oder direkt am Set wird dieser Frame zum Referenzmaterial: Der Colorist zieht sich daraus den korrekten Weißabgleich, der Belichter prüft den Belichtungsmesser ab. Was trivial klingt, ist dein Garant dafür, dass alle 15 Takes einer Szene unter unterschiedlichem Kunstlicht oder wechselndem Tageslicht am Ende farblich und helligkeitsmäßig konsistent aussehen.

Das A und O ist die Platzierung. Die Graukarte muss in derselben Ebene sitzen wie dein Talent oder dein Motiv — nicht dahinter, nicht davor. Sie bekommt genau das Licht ab, das auch auf die Szene fällt. Wenn du bei drei Kameras drehst, machst du für jede Position einen separaten Graukarten-Take; die Kameras sehen unterschiedliche Lichtverhältnisse je nach Winkel. Bei Außendrehs — besonders bei wechselnden Wolken — merkst du sofort, warum das System funktioniert: Was am visuellen Monitor als konstant wirkt, ist in Wirklichkeit ständiges Neuabstimmen durch die Graukarte. Ohne sie jonglierst du später im Schnitt Farbtemperaturen, die dir das Material zerrreißen.

Ein paar praktische Fallstricke: Die Graukarte selbst muss sauber sein — Fingerabdrücke, Staub oder Kratzer verfälschen die Referenz. Manche Teams kleben einen weißen und schwarzen Streifen daneben (Referenzstab), um auch für Schwarz- und Weißpunkt Anhaltspunkte zu haben. Das ist ehrlich gesagt Luxus, wenn die Graukarte optimal platziert ist. Digitale Kameras haben heute teilweise interne Weißabgleich-Modi, aber die sind Schnellschüsse — eine echte Graukarte ist das Fundament für Color Grading, besonders im DCI-Workflow. Und noch was: Nicht mit der Belichtungsmessung verwechseln. Die Graukarte ist NICHT dazu da, um deine Blende zu finden. Sie dient allein der Farbtemperatur und als Referenz-Helligkeitswert für die Postproduktion.

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