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Nullkopie
Produktion

Nullkopie

First Copy
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Erste projizierbare Fassung nach der Rohschnitt-Phase — noch ohne finale Farbkorrektur, Sound-Mix oder VFX. Dient der internen Begutachtung durch Regie und Produktion.

Nach dem Rohschnitt sitzt du mit Regie und Producer im Schneidesaal und brauchst eine erste vollständige Fassung zum Ansehen — das ist die Nullkopie. Sie ist projizierbar, in sich geschlossen, folgt der geplanten Dramaturgie, aber eben noch rohdiamant. Kein Farbgrading, kein finaler Sound-Mix, kein VFX-Polish. Du hast deine Schnittentscheidungen getroffen, die Übergänge liegen, die Musik ist als Platzhalter eingelegt. Das reicht für die erste kritische Diskussion.

Der praktische Wert liegt in der Kommunikation. Regie kann sehen, ob ihr Instinkt beim Drehen richtig war. Producer checkt, ob die Geschichte funktioniert oder ob drei Minuten raus müssen. Du siehst, wo die Schnitte haken, wo Längen entstehen, wo eine Szene tatsächlich zu früh endet. Das ist der Moment, bevor dich Farblabor und Soundstudio in komplizierte technische Arbeiten ziehen — also ändere noch hier, was geändert werden muss. Eine Szene umsortieren, eine Einstellung streichen, eine Musik-Stelle verschieben: das funktioniert in der Nullkopie-Phase noch unkompliziert. Hast du das Video erst zum Colorist geschickt, wird jede Änderung zum Rückwärtsgang.

Die technische Qualität ist bewusst niedrig. Du arbeitest mit Proxy-Material, MP3-Musik statt Stemmen, den Kamera-Logs ohne Grading-LUT. Manche Schnittplätze exportieren das sogar in niedriger Auflösung — H.264, 2K statt 4K — nur damit der File schnell lädt und die Diskussion nicht von technischen Rucklern gebremst wird. Das Auge soll auf die Schnittentscheidungen fokussieren, nicht auf Color-Grades oder Sounddesign abgelenkt werden, die ohnehin noch kommen.

Nach der Nullkopie-Sichtung schreibst du dein Protokoll: Welche Szenen kürzen, welche erweitern, welche Schnittfehler korrigieren? Dann gehst du in die Feinschnitt-Phase über — vergleichbar mit dem Rohschnitt, aber basierend auf echten Entscheidungen, nicht auf Improvisation. Erst wenn die Nullkopie-Diskussion abgehakt ist, sendest du dein Bild zum Farblabor und dein Sound zum Mix-Engineer. So vermeidest du teure Umarbeit in den teuersten Phasen der Postproduktion.

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