Taking Lens is a technique in filmmakingtography.
Technische Details
Taking Lenses verfügen über Brennweiten von 8mm (Fisheye) bis 2000mm (Super-Telephoto), wobei Standard-Brennweiten zwischen 25mm und 85mm für 35mm-Film liegen. Die Lichtstärke reicht von f/0.7 (Zeiss-Objektive für Kubricks "Barry Lyndon") bis f/22 bei Zoom-Objektiven. Professionelle Cine-Objektive besitzen T-Stop-Markierungen statt F-Stop-Werten, die den tatsächlichen Lichttransmissionswert angeben. Moderne Taking Lenses für digitale Kameras müssen Auflösungen bis 8K (7680×4320 Pixel) scharf abbilden und arbeiten mit Sensoren von Super16 (12,52×7,41mm) bis VistaVision (37,72×25,17mm).
Geschichte & Entwicklung
Der Begriff etablierte sich in den 1920er Jahren mit der Einführung von Reflex-Suchersystemen bei Filmkameras. Die Mitchell Camera Corporation führte 1932 mit der BNC das erste professionelle Reflex-System ein, das durch einen rotierenden Spiegel das Licht zwischen Taking Lens und Sucher aufteilte. Panavision revolutionierte 1954 mit anamorphotischen Taking Lenses das Breitwandformat. Die Entwicklung von Zoom-Taking-Lenses begann 1961 mit dem Angenieux 25-250mm f/3.2, das erstmals kontinuierliche Brennweitenverstellung während der Aufnahme ermöglichte.
Praxiseinsatz im Film
Ridley Scott verwendete für "Blade Runner" (1982) ausschließlich Zeiss Super Speed-Objektive als Taking Lenses, um bei schwachem Licht ohne zusätzliche Beleuchtung zu drehen. Christopher Nolan setzt konsequent auf Panavision Ultra Vista-Objektive als Taking Lenses für seine IMAX-Sequenzen, da diese die erforderliche Randschärfe für das Großformat liefern. Der Wechsel des Taking Lens während einer Szene erfordert präzise Markierungen am Follow Focus und exakte Kalibrierung der T-Stop-Werte, um Belichtungssprünge zu vermeiden.
Vergleich & Alternativen
Das Taking Lens unterscheidet sich vom Viewfinder Lens durch mechanische Anschlüsse für Follow Focus, Matte Box und Lens Support. Video Assist-Kameras nutzen separate Objektive parallel zum Taking Lens für Live-Monitoring. Bei modernen digitalen Kameras ersetzt der elektronische Sucher das optische Viewfinder-System, wodurch das Taking Lens gleichzeitig alle Funktionen übernimmt. Anamorphe Taking Lenses erzeugen optische Verzerrungen, die in der Postproduktion korrigiert werden, während sphärische Objektive direkte, unverzerrte Abbildung liefern.