Redhead is a technique of professional lighting design.
Technische Details
Das Redhead verwendet eine 800W-Tungsten-Halogenlampe (Typ P2/28 oder GY9.5) und verfügt über ein stufenlos verstellbares Fresnel-Linsensystem mit 150mm Durchmesser. Das Aluminiumgehäuse misst typischerweise 280 x 220 x 320mm bei einem Gewicht von etwa 2,3 kg ohne Stativ. Der Reflektor besteht aus poliertem Aluminium mit parabolischer Krümmung. Die Lichtausbeute beträgt circa 18.000 Lumen bei Spot-Einstellung, was einer Beleuchtungsstärke von etwa 2000 Lux in 3 Metern Entfernung entspricht. Moderne Varianten bieten Barn Doors, Farbfolienhalter und DMX-Steuerung.
Geschichte & Entwicklung
Strand Electric führte das erste Redhead 1962 als kostengünstige Alternative zu größeren Studioscheinwerfern ein. Der Durchbruch kam 1968 mit der Einführung der kompakteren Serie für das aufkommende Independent-Filmmaking. In den 1980er Jahren übernahmen Hersteller wie Arri, Ianiro und Mole-Richardson das Konzept und entwickelten eigene 800W-Fresnel-Versionen. Seit den 2000er Jahren entstanden LED-Pendants mit vergleichbarer Lichtcharakteristik, jedoch deutlich geringerem Stromverbrauch und Wärmeentwicklung.
Praxiseinsatz im Film
Redheads bilden das Rückgrat vieler Low-Budget-Produktionen und Dokumentarfilme. Kameramann Roger Deakins setzte sie in "Fargo" (1996) für die Innenaufnahmen ein, um die kalte Atmosphäre mit hartem Seitenlicht zu verstärken. Typischerweise werden drei bis vier Redheads als Dreipunkt-Beleuchtung arrangiert: Key Light, Fill Light und Backlight. Die geringe Tiefe von 22cm ermöglicht den Einsatz in beengten Drehorten. Nachteile sind die hohe Wärmeentwicklung (Gehäusetemperatur bis 85°C) und der kontinuierliche Lampenwechsel bei intensiver Nutzung.
Vergleich & Alternativen
Das Redhead positioniert sich zwischen dem schwächeren Blonde (2000W) und kleineren Dedolights (150W). LED-Alternativen wie das Arri L7-C oder Aputure 300d bieten ähnliche Lichtleistung bei 95% weniger Stromverbrauch und stufenloser Farbtemperatur-Anpassung. Für Außenaufnahmen bei Tageslicht eignen sich HMI-Scheinwerfer besser aufgrund der 5600K-Farbtemperatur. Das klassische Redhead bleibt jedoch Standard für schnelle, unkomplizierte Beleuchtungssetups ohne umfangreiche Stromversorgung.