Pan-tilt head driven by gears. Operator controls both axes via hand wheels — every movement repeats precisely to the frame. Required for locked-off shots and choreographed camera moves.
Technische Details
Professionelle Getriebeneiger wie der Arri Geared Head GH-2 tragen Nutzlasten bis 25 kg bei einem Eigengewicht von 4,2 kg. Das Pan-Getriebe arbeitet mit einer Übersetzung von 6:1, das Tilt-Getriebe mit 5:1. Die Handräder verfügen über Friktionskupplungen, die bei Überlastung durchrutschen und das Getriebe schützen. Integrierte Counterbalance-Systeme gleichen das Kameragewicht über Federmechanismen aus. Hochwertige Modelle besitzen kugelgelagerte Zahnräder aus gehärtetem Stahl und korrosionsbeständige Gehäuse aus Aluminiumlegierungen.
Geschichte & Entwicklung
Der erste kommerzielle Getriebeneiger entstand 1935 bei Mitchell Camera Corporation für deren 35mm-Studio-Kameras. Die deutsche Firma Arri entwickelte 1982 den GH-1 als ersten kompakten Getriebeneiger für 16mm-Produktionen. 1995 folgte der revolutionäre GH-2, der durch modularen Aufbau und reduziertes Gewicht den Standard für moderne Getriebeneiger setzte. Seit 2010 dominieren elektronisch unterstützte Systeme wie der Arri SRH-3, die mechanische Präzision mit Motoren für Remote-Steuerung kombinieren.
Praxiseinsatz im Film
Getriebeneiger sind unverzichtbar für präzise Kamerafahrten auf Schienen oder bei Makroaufnahmen, wo minimale Bildverschiebungen störend wirken. Bei "Blade Runner 2049" (2017) nutzte DoP Roger Deakins Getriebeneiger für millimetergenaue Framing-Adjustments während komplexer Miniatur-Aufnahmen. Studio-Produktionen setzen sie für Talking-Head-Sequenzen ein, da sich Kamerahöhe und -winkel während Takes nachjustieren lassen, ohne die Aufnahme zu unterbrechen. Die mechanische Dämpfung eliminiert Mikrovibrationen, die bei direkter Handsteuerung unvermeidlich sind.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu Fluid-Heads ermöglichen Getriebeneiger keine fließenden Kamerabewegungen während der Aufnahme, sondern dienen ausschließlich der Positionierung. Remote Heads wie der Libra Head oder Technocrane SuperTechno kombinieren die Präzision von Getrieben mit motorisierter Bewegung. Für dokumentarische Arbeiten sind Fluid-Heads flexibler, während Getriebeneiger bei kontrollierten Studio-Bedingungen und technischen Aufnahmen unersetzlich bleiben. Moderne Gimbal-Systeme ersetzen Getriebeneiger zunehmend bei handgehaltenen Produktionen, erreichen jedoch nicht deren mechanische Präzision bei statischen Setups.