Quarter Grid is a technique of professional lighting design.
Technische Details
Quarter Grids bestehen aus eloxiertem Aluminium oder schwarzem Stahl in Wabenstruktur und sind in Standardgrößen von 15×15 cm bis 120×120 cm erhältlich. Die Maschenweite von 6,35 mm erzeugt bei HMI-Leuchten eine Lichtverlustrate von 1,5 Blendenstufen, bei LED-Panels etwa 1,2 Blendenstufen. Magnetische Varianten für moderne LED-Panels wiegen zwischen 200-800 Gramm je nach Größe. Hochwertige Grids verwenden schwarze Eloxierung mit 98% Lichtabsorption für minimale Streureflexe.
Geschichte & Entwicklung
Entwickelt wurde das Grid-System 1962 von Mole-Richardson für ihre Fresnel-Scheinwerfer. Der Quarter Grid etablierte sich ab 1975 als Standard in Hollywood-Produktionen, nachdem Kameramann Gordon Willis ihn extensiv in "Der Pate" (1972) einsetzte. Chimera revolutionierte 1986 das System mit faltbaren Fabric-Grids für Softboxen. Seit 2018 dominieren magnetische Snap-Grid-Systeme von Aputure und ARRI den Markt für LED-Beleuchtung.
Praxiseinsatz im Film
Roger Deakins verwendete Quarter Grids systematisch in "Blade Runner 2049" für präzise Gesichtsmodellierung ohne Lichtspill auf Hintergründe. Typischer Workflow: Grid direkt am Scheinwerfer befestigen, 2-3 Meter Abstand zum Motiv, kombiniert mit Barndoors für zusätzliche Lichtformung. Vorteil: Scharfe Lichtkanten ohne harte Schatten von Flags. Nachteil: Deutlicher Lichtverlust erfordert stärkere Grundleistung oder höhere ISO-Werte.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu Half Grids (12,7 mm Maschenweite, 60-Grad-Abstrahlwinkel) erzeugt der Quarter Grid schärfere Lichtbegrenzung mit geringerer Streuung. Eighth Grids (3,2 mm) bieten noch präzisere Kontrolle bei 25% höherem Lichtverlust. Moderne Alternativen sind optische Spots mit Iris-Blenden (Prolycht Orion) oder digitale Projektoren (ARRI SkyPanel X), die variable Lichtformung ohne mechanische Vorsätze ermöglichen. Bei Budget-Produktionen ersetzen DIY-Lösungen aus Eggcrates oder Wabenplatten teure Grids.