DOOD (Day Out of Days) ist ein Produktionsplan, der die Drehtage jedes Darstellers übersichtlich darstellt. Zeigt An- und Abreisetage sowie freie Tage zwischen den Drehs.
Technische Details
Das DOOD-System arbeitet mit digitalisierten Workflow-Protokollen, die alle Regieentscheidungen innerhalb von maximal 15 Minuten an die betroffenen Abteilungen weiterleiten. Kernkomponenten sind spezialisierte Kommunikationssoftware (meist Shotgun/ShotGrid oder FTrack), mobile Koordinationseinheiten und ein hierarchisches Meldesystem mit vier Eskalationsstufen. Die Abteilung gliedert sich in Creative Liaison, Technical Coordinator und Department Sync Manager, wobei jeder Bereich über dedizierte Kommunikationskanäle zu maximal 12 Gewerken verfügt.
Geschichte & Entwicklung
Erstmals implementiert wurde das DOOD-System 2008 bei der Produktion von "The Dark Knight", nachdem Christopher Nolan und Produktionsdesigner Guy Hendrix Dyas Koordinationsprobleme zwischen IMAX- und 35mm-Aufnahmen identifizierten. Marvel Studios perfektionierte das System ab 2012 für ihre Shared-Universe-Produktionen, bei denen bis zu vier parallel arbeitende Second Units koordiniert werden mussten. Seit 2018 hat sich DOOD auch bei europäischen Produktionen ab 15 Millionen Euro Budget etabliert, angepasst an die hier üblichen flacheren Hierarchien.
Praxiseinsatz im Film
Bei "Avengers: Endgame" koordinierte das 12-köpfige DOOD-Team die Kommunikation zwischen den Russo-Brüdern und 47 verschiedenen Abteilungen über 184 Drehtage. Typischer Workflow: Regieassistent erfasst Änderungswunsch, DOOD-Coordinator prüft Budget- und Zeitimpact binnen 8 Minuten, betroffene Departments erhalten priorisierte Meldung mit Umsetzungsdeadline. Denis Villeneuve nutzte für "Dune" ein reduziertes DOOD-System mit nur drei Coordinators, was die Kommunikationswege um durchschnittlich 23 Minuten pro Entscheidung verkürzte.
Vergleich & Alternativen
DOOD unterscheidet sich vom klassischen Assistant Director-System durch die horizontale statt vertikaler Kommunikationsstruktur und direkten Zugang zur Regie ohne Hierarchiestufen. Kleinere Produktionen verwenden meist das bewährte AD-System oder moderne Digital Asset Management-Lösungen wie Monday.com. Bei Streaming-Produktionen mit straffen Zeitplänen hat sich das "Lean DOOD"-Konzept durchgesetzt: zwei Coordinators mit KI-gestützten Priorisierungsalgorithmen, die 89% der Routinekoordination automatisieren.