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DIN-Empfindlichkeit
Kamera

DIN-Empfindlichkeit

DIN rating
Murnau AI illustration
din sensitivity din film speed

Deutsche Filmempfindlichkeits-Norm — logarithmische Skala, wo jede +3 DIN-Punkte die Lichtstärke verdoppeln. Heute ersetzt durch ISO, aber älteren Filmmaterial und Kameras noch gebräuchlich.

Wer mit altem Filmmaterial oder klassischen Kameras arbeitet, stößt unweigerlich auf die DIN-Skala — eine logarithmische Empfindlichkeitsnorm, die vor allem in Europa lange Zeit Standard war. Anders als die lineare ASA-Skala verdoppelt sich die tatsächliche Lichtempfindlichkeit des Films jeweils bei einer Steigerung um 3 DIN-Punkte. Das bedeutet: Von DIN 18 zu DIN 21 ist nicht einfach eine kleine Steigerung, sondern eine Verdopplung der Filmempfindlichkeit. Diese logarithmische Logik war für Kamerahersteller praktisch — man konnte die Blendenringe und Verschlusszeiten eleganter gestaffeln.

In der Praxis brauchst du die DIN-Werte vor allem dann, wenn du mit Archivmaterial arbeitest oder alte Ariflex-Kameras und Bolex-Geräte einsetzt. Die meisten dieser Kameras haben noch DIN-Markierungen auf dem Blendenring oder dem Filmempfindlichkeits-Einstellrad. Frühe Belichtungsmesser — besonders die analogen Modelle aus den 1960er und 70ern — zeigen ebenfalls DIN-Werte an. Wer beispielsweise mit einem klassischen Gossen-Messgerät auf dem Set arbeitet, muss die Umrechnung im Kopf haben: DIN 21 entspricht etwa ISO 100, DIN 24 entspricht ISO 200. Der Unterschied liegt in der Rechenmethodik — ISO kombiniert später die beide Normen (ASA + DIN), präferiert aber die lineare ASA-Logik als Basis.

Der praktische Knackpunkt entsteht beim Mischen von Materialien. Drehst du eine Szene mit modernen digitalen Kameras (die intern mit ISO arbeiten) und möchtest dann Archivaufnahmen oder Super-8-Material einfügen, das in DIN beschrieben ist, musst du die Werte konsistent umrechnen. Ein häufiger Fehler: die Annahme, dass DIN und ASA direkt gleichzusetzen sind. Das sind sie nicht. DIN 21 ≠ ASA 21, sondern ASA 100. Die Verwechslung führt zu Belichtungsfehlern, besonders wenn du alte Belichtungsmesser kalibrieren willst oder Super-8-Material mit modernen Digitalkameras colormatchst.

Heute ist DIN faktisch obsolet — ISO hat sich weltweit durchgesetzt und vereinheitlicht die Norm. Dennoch: In Archiven, bei Restaurationen und bei Arbeiten mit klassischem Filmmaterial wirst du nicht drumherum kommen, die Skala zu verstehen. Manche Dokumentarfilmer und Found-Footage-Künstler arbeiten bewusst mit älteren Materialien und deren originalen Bezeichnungen — da ist DIN-Verständnis nicht nur Kulturwissen, sondern praktisches Handwerkzeug.

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