Tägliche oder wöchentliche Abrechnung der Production — erfasst Ausgaben pro Department, vergleicht Budget mit tatsächlichen Kosten. Die Production-Bibel: kein Film läuft ohne sie.
Du sitzt im Produktionsbüro, der Line Producer schiebt dir ein dickes Excel-Sheet hin — der Kostenbericht der Woche. Hier laufen alle Ausgaben zusammen: was die Grip-Abteilung für Schmincke-Materialien geblecht hat, wie viel Catering kostete, wo die Überzeiten der Crew gelaufen sind. Das ist nicht Buchhaltung im klassischen Sinne. Das ist Echtzeit-Kontrolle, und ohne sie weißt du nicht, ob du in vier Wochen pleite bist oder noch Luft hast.
Im Daily Cost Report — dem täglichen Bericht — erfasst die Production ihre direkten Ausgaben: Crew-Overages, Materialien, Location-Gebühren, Catering, Transport. Jede Abteilung lädt ihre Rechnungen hoch, der Production Manager konsolidiert sie. Beim Weekly Report wird hochgerechnet: Wenn diese Woche 15.000 Euro über Budget liegt, wie sieht die Rechnung in vier Wochen aus? Man vergleicht die Earned Value (Was habe ich gedreht im Vergleich zum Kostenplan?) mit den Actual Costs (Was habe ich wirklich ausgegeben?). Gibt es eine Lücke, musst du reagieren — Szenen streichen, Crew optimieren, Locations günstiger suchen.
Die Struktur folgt fast immer dem Production Budget: oben die Below-the-Line-Kosten (Crew, Equipment, Locations), unten die Contingencies. Der Report zeigt nicht nur absolute Zahlen, sondern auch Abweichungen — die sogenannte Variance. Plus oder minus Prozent, rot oder grün gefärbt. Ein guter Kostenbericht ist nicht Schwarzmalerei, sondern Frühwarnsystem. Du erkennst Trends: Catering läuft konstant über? Dann verhandelst du neu. Location-Tage dauern länger als geplant? Dann fragst du den Regisseur, ob man Szenen kombiniert.
Das Tückische: Der Report hinkt immer einen bis drei Tage hinter der Realität her. Rechnungen kommen zeitverzögert, Kostenträger buchen asynchron. Deshalb verlässt sich ein erfahrener Line Producer auf ein Forecast — eine Prognose basierend auf bisherigen Ausgaben und bekannten zukünftigen Kosten. Der Report ist deine Kontrollinstanz, nicht dein wahrsagerisches Orakel. Am Set merkst du das Drama oft zuerst selbst: Dein Boom-Operator braucht spontan 10 Stunden Überzeit, der Gaffer findet die geplanten Kabel nicht — solche Dinge landen morgen im Report. Wer rechtzeitig liest und reagiert, hält sein Projekt am Leben.