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Condor-Lift
Licht · Begriffe

Condor-Lift

Condor Lift
Murnau AI illustration
condor para frame

Hydraulischer Teleskopmast auf LKW-Basis — hebt Scheinwerfer bis 40m Höhe für Großaufnahmen und Nachtdrehs.

Überblick

Ein Condor ist eine selbstfahrende Hubarbeitsbühne (engl. aerial work platform, umgangssprachlich cherry picker oder boom lift), die ursprünglich aus der Bau- und Industriebranche stammt und in der Film- und TV-Produktion als hoher, beweglicher Standpunkt für Beleuchtung und Crew eingesetzt wird. Der Begriff ist eine Eigenname-gewordene Markenbezeichnung: Der Hersteller Condor (gegründet von John L. Grove, später JLG Industries) brachte ab 1970 die ersten teleskopierbaren Auslegerbühnen auf den Markt. Am Set wird "Condor" heute generisch für solche fahrbaren Auslegerbühnen verwendet, unabhängig vom tatsächlichen Fabrikat (JLG, Genie u. a.).

Im Gegensatz zu einer Scherenbühne (scissor lift), die nur senkrecht hebt und nach dem Nivellieren ortsfest bleibt, besitzt ein Condor einen Ausleger, der sich seitlich und über Hindernisse hinweg positionieren lässt — entscheidend auf unebenem Gelände, wo die Basis nicht für jede kleine Korrektur neu ausgerichtet werden muss.

Bauformen

Grundsätzlich werden zwei Auslegertypen unterschieden:

  • Teleskop-/Geradeausleger (straight stick): bietet höhere Stabilität, besonders bei großen Höhen und schweren Beleuchtungs-Nutzlasten.
  • Gelenkausleger (articulating / knuckle boom): erlaubt mehr Beweglichkeit und das Umgreifen von Hindernissen, neigt unter Last jedoch eher zum Schwingen.

Scheinwerfer werden entweder in einem an der Bühne montierten Käfig (cage) bzw. mittels Rohr-Rig/Receiver-Adaptern an der Plattform befestigt oder bei schweren Lasten zusätzlich über eine an den Korbboden geschnallte Traverse abgestützt.

Technische Daten

Konkrete Höhen und Tragfähigkeiten hängen vom Modell ab. Eine bei Key Grips verbreitete Faustregel zur Traglast:

BetriebsartTragfähigkeit (Korb)
Voller Arbeitsbereichca. 500 lb (~227 kg)
Eingeschränkter Bereich (Teilbogen)bis ca. 1.000 lb (~454 kg)

Für nächtliche Außenaufnahmen sind je nach Anforderung Höhen von rund 12–18 m üblich; für sehr großflächige Ausleuchtung kommen auch deutlich höhere Geräte (bis ~120 ft / ~37 m) zum Einsatz. Übliche Leuchtmittel in dieser Position sind großformatige Einheiten wie 20K, Dino-/Maxi-Brute-Lichtbänke, Nine-Lights oder 12K-PAR-Arrays, oft im Schachbrettmuster gemischt.

Einsatz am Set

Der Condor liefert eine breite, gleichmäßige Lichtbasis ("Lights in the air") für Nacht- und Großflächen-Außenaufnahmen, etwa als künstlicher Mond, Straßen- oder Hintergrundbeleuchtung. Bedient wird er von einem zertifizierten Bediener (condor/lamp operator) mit gültigem Befähigungsnachweis und Höhensicherung; die Positionierung erfolgt in enger Absprache zwischen Kamera (DoP), Oberbeleuchter (Gaffer), Key Grip und Bediener. Da Tragfähigkeit, Auslegerstellung und Wind sicherheitskritisch zusammenwirken, gehören sorgfältige Gewichtsberechnung, Sicherungsketten (safety chains), Drop Lines und Wetterschutz zur Standardpraxis.

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