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Bolex
Kamera · Hersteller

Bolex

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bolex h1616mmsuper 16experimentalfilmfilmschule

Schweizer Kamerahersteller (seit 1927), legendär für mechanische 16mm-Kameras mit Federwerk-Antrieb. Die H16-Serie bildete Generationen von Filmemachern aus und wird bis heute für experimentellen Film und Kunstprojekte verwendet.

Was ist Bolex?

Bolex ist ein Schweizer Kamerahersteller, der seit 1927 mechanische 16mm-Filmkameras produziert. Die Marke ist synonym mit unabhängigem Filmemachen – von Experimentalfilm über Dokumentar bis zu Kunstprojekten. Das Besondere: Die meisten Bolex-Kameras funktionieren ohne Batterien, angetrieben durch ein präzises Federwerk.

Kameramodelle

ModellFormatJahreAntriebBesonderheit
H1616mm1935–FederwerkOriginal-Klassiker
H16 Reflex (REX)16mm1956–FederwerkSpiegelreflex-Sucher
H16 SBM16mm1970–FederwerkSuper-16 modifizierbar
H16 EBM16mm1970–ElektrischMotorsierter Antrieb
H88mm1938–1960FederwerkDouble-8 Format
EL16mm1974–ElektrischProfessionelle Version

Das Federwerk-Prinzip

Bolex-Kameras funktionieren ohne Strom – ein Schweizer Uhrwerk-Mechanismus treibt den Film an:

Funktionsweise

  1. Aufziehen – Seitliche Kurbel spannt die Feder (8 volle Umdrehungen)
  2. Laufzeit – 28 Sekunden @ 24 fps pro Aufzug
  3. Geschwindigkeit – 8–64 fps einstellbar
  4. Einzelbild – Frame-by-Frame-Belichtung möglich

Vorteile

  • Unabhängigkeit – Kein Strom, keine Akkus
  • Lautlos – Kein Motor, nur Federgeräusch
  • Zuverlässig – Mechanik hält Jahrzehnte
  • Kreativ – Zeitraffer, Zeitlupe, Animation

Geschichte & Meilensteine

JahrEreignis
1927Jacques Bogopolsky gründet "Bol" in Genf
1930Fusion mit Paillard → Paillard-Bolex
1935H16 Einführung – der Klassiker
1956H16 Reflex – Spiegelreflex-System
1970Super-16-fähige Modelle
1974EL-Serie mit Elektromotor
1990Produktion verlagert nach Portugal
2013Bolex Digital – gescheiterter Kickstarter
HeuteWeiterhin erhältlich über Bolex International

Bedeutende Filme & Filmemacher

FilmemacherWerkBedeutung
Stan BrakhageDog Star Man (1964)Experimentalfilm-Legende
Maya DerenMeshes of the Afternoon (1943)Avantgarde-Kino
Jonas MekasWalden (1969)Tagebuch-Film
Derek JarmanFrühe KurzfilmeQueer Cinema Pionier
David LynchFrühe ExperimenteVor Eraserhead
Michel GondryMusikvideosBjörk, White Stripes

Der "Bolex-Look"

Bolex-Aufnahmen haben einen charakteristischen Look:

  • 16mm-Korn – Organisch, nicht steril
  • Flicker – Leichte Belichtungsschwankungen durch Federwerk
  • Vignettierung – Typisch für C-Mount-Objektive
  • Farbpalette – Abhängig vom Filmstock (Kodak Vision3, Fuji, etc.)
  • Optik-Charakter – Vintage C-Mount-Objektive

Technische Daten (H16 REX-5)

EigenschaftWert
Format16mm (Super-16 modifizierbar)
Gewicht2,2 kg (Body)
Bildrate12–64 fps
Laufzeit28 Sek @ 24 fps (Federwerk)
Verschluss1/3 variable (133°)
MountC-Mount / Bayonet
Magazin30m (100 ft) intern
SucherReflex (durch Objektiv)

Bolex vs. Professionelle Kameras

EigenschaftBolex H16Aaton XTRARRI 16SR
Gewicht2,2 kg2,7 kg4,0 kg
AntriebFederwerkElektrischElektrisch
Laufzeit28 Sek11 Min11 Min
GeräuschFeder-Klick<24 dBA<20 dBA
Preis (gebraucht)500–2000 €5000–15000 €8000–20000 €
Sync-TonSchwierigEinfachEinfach

Warum heute noch Bolex?

Vorteile

  • Günstig – Kauf günstiger als Verleih anderer Kameras
  • Portabel – Klein, leicht, unabhängig
  • Lernkamera – Perfekt für Filmschulen
  • Ästhetik – Unverwechselbarer Look
  • Animation – Ideal für Einzelbild-Arbeit
  • Experimentell – Kreative Freiheit

Nachteile

  • Laufzeit – 28 Sekunden sind sehr kurz
  • Synchronton – Kompliziert ohne Crystal-Sync
  • Filmkosten – Material + Entwicklung teuer
  • Nachbearbeitung – Scan/Telecine erforderlich

Heute

Bolex lebt weiter:

  • Bolex International verkauft weiterhin Kameras und Ersatzteile
  • Filmschulen nutzen Bolex für Grundlagen-Kurse
  • Künstler schätzen den mechanischen Prozess
  • Sammler zahlen Premiumpreise für seltene Modelle
  • Film-Revival bringt neue Nachfrage
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