Legendäre amerikanische Filmkamera-Manufaktur (1911–1970er) — 35mm-Standbilder und Filmkameras. Die 2709 war die Arbeits-Standard-Kamera für Dokumentation und News.
Wer in den 1950er und 60ern für Dokumentation oder Newsreels vor der Kamera saß, kannte die Bell & Howell 2709 — eine Maschine, die nicht elegant war, dafür zuverlässig wie ein Uhrwerk. Das Unternehmen aus Chicago revolutionierte ab 1911 nicht die Ästhetik des Films, sondern seine Machbarkeit. Bell & Howell baute Kameras für Menschen, die arbeiten mussten, nicht philosophieren.
Die legendäre 2709 — intern oft nur "die Howell" genannt — war das Arbeitspferd des News-Kinos. 35mm, handbetrieben oder später mit Elektromotor, robust genug für Feldaufnahmen, wendbar genug für Studios. Ihr großer Vorteil: Sie konnte schnell umschalten zwischen verschiedenen Verschlussöffnungen, und der austauschbare Filmmagazin-Rücken machte Schnellwechsel im freien Feld möglich. Das mag heute trivial klingen — Anfang der 1950er war das Handwerk. Kameramänner, die damit arbeiteten, schworen auf die mechanische Präzision und die geringe Vibration im Lauf. Keine eleganten Linien wie bei Debrie oder Eclair, aber wenn dein Objektiv verschmutzt wurde oder die Kälte zuschlag, funktionierte die 2709 trotzdem.
Neben der 2709 produzierte Bell & Howell auch die 35 NA und spätere Modelle — alle nach dem gleichen Prinzip: funktional, reparierbar, für den Massengebrauch optimiert. Das Unternehmen lieferte auch komplette Labortechnik und Projektoren, weshalb viele Filmstudios und Newsreel-Abteilungen in einem Bell & Howell-Ökosystem arbeiteten. Du drehtest mit ihrer Kamera, dein Negativ wurde in einer Bell & Howell-Maschine entwickelt, und in den Kinos lief es von einem Bell & Howell-Projektor.
Heute sind Original-2709-Kameras sammelbar, aber nicht glamourös — sie taugen höchstens noch für experimentelle Filmmaking oder als Museumspiece. Ihr technisches Erbe jedoch ist greifbar: Die Standardisierung von Filmmagazinen, die modulare Konstruktion, die Wartbarkeit — das lernte jede nachfolgende Kamerafabrik von Bell & Howell. Sie waren nicht die Erfinder revolutionärer Optiken oder Shuttermechanismen, aber sie verstanden, dass eine Kamera in erster Linie funktionieren muss. Punkt.