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Ballonlicht
Licht · Begriffe

Ballonlicht

Balloon Light
Murnau AI illustration
airstar paper lantern bounce light

Aufblasbare Diffusionsballons erzeugen weiches Flächenlicht von oben — ideal für großflächige Ausleuchtung ohne harte Schatten.

Überblick

Ein Balloon Light (auch Lichtballon, Beleuchtungsballon) ist ein Leuchtkörper, bei dem eine oder mehrere Hochleistungslampen in einer lichtdurchlässigen Stoffhülle in Ballonform untergebracht sind. Die Hülle wirkt als allseitiger Diffusor: Sie streut und weicht das Licht auf, sodass eine große, gleichmäßig leuchtende Quelle mit sehr weichen Schatten entsteht. Manche Modelle besitzen eine reflektierende Innenbeschichtung im oberen Teil, um das Licht gerichtet nach unten zu lenken (Halbsilberung).

Charakteristisch ist die Fülltechnik: Der Ballon kann mit Helium gefüllt werden, sodass er frei über dem Set schwebt und über Halteleinen positioniert wird, oder mit normaler Luft, wenn er an Rigging, Kran oder Stativ aufgehängt bzw. montiert wird. Dadurch lässt sich eine große, hoch positionierte Lichtquelle ohne sperriges Traversen- oder Kranwerk realisieren.

Geschichte und Hersteller

Ein Beleuchtungsballon wurde laut Wikipedia bereits 1924 in Deutschland patentiert. Die moderne, helium-gefüllte Variante für den professionellen Einsatz wurde 1994 von Pierre Chabert und Benoît Beylier des französischen Unternehmens Airstar (Grenoble) entwickelt; Airstar gilt als Erfinder und führender Hersteller dieser Bauart. Frühe prominente Filmeinsätze waren Mission: Impossible (1996) und Titanic (1997); später kamen unter anderem Avatar und die Pirates of the Caribbean-Reihe hinzu. Neben Airstar bieten weitere Hersteller vergleichbare Lichtballons an.

Bauformen und Leuchtmittel

Lichtballons gibt es in unterschiedlichen Formen, die jeweils andere Lichtcharakteristiken erzeugen:

  • Kugel / Sphere – rundum abstrahlende, sehr weiche Quelle
  • Tube / Zylinder – langgestreckte, linienförmige Lichtquelle
  • Blimp / Ellipse – längliche, zeppelinartige Form
  • Würfel und flache Pad-Formen – für gerichtetere Setups

Als Leuchtmittel kommen je nach Modell Tungsten (warmweiß), HMI (Tageslicht), Metallhalogenid-, Quecksilber- oder Natriumdampflampen sowie zunehmend LED zum Einsatz. Tungsten liefert typischerweise warmes Licht im Bereich um 3200 K, HMI tageslichtweißes Licht um 5600 K; die konkrete Farbtemperatur hängt vom verbauten Leuchtmittel ab. Moderne LED-Ballons (z. B. Airstars NEO-Reihe) sind deutlich leichter und teils dimmbar bzw. in der Farbtemperatur steuerbar.

Einsatz am Set

Balloon Lights werden vor allem dort eingesetzt, wo eine große, weiche und hoch hängende Grundbeleuchtung gebraucht wird, sich aber schwer Traversen oder Krane aufbauen lassen: Nacht-Außendrehs, weitläufige Sets, schwer auszuleuchtende Räume und denkmalgeschützte Locations sowie Studio- und Bühnenaufbauten. Das diffuse Rundumlicht erzeugt eine mondlicht- bzw. flächenlichtartige Grundhelligkeit (Ambient/Fill) über einem großen Bereich.

Heliumgefüllte Ballons müssen mit mehreren Halteleinen gegen Wind gesichert werden und benötigen Heliumnachschub; Anbieter wie Airstar bieten dafür Turnkey-Service mit Logistik, Helium und geschultem Personal an. Luftgefüllte Varianten werden stattdessen an Rigging, Stativ oder Galgen montiert.

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