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Breites Licht
Licht · Begriffe

Breites Licht

Broad Lighting
Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Beleuchtung der dem Objektiv zugewandten Gesichtshälfte. Lässt Gesichter breiter und offener wirken als Short Lighting.

Technische Details

Die Hauptlichtquelle (Key Light) wird auf der Seite positioniert, zu der das Motiv blickt, mit einer typischen Lichtintensität von 2000-4000 Lux bei LED-Panels oder 2K-5K Tungsten-Leuchten. Das Verhältnis zwischen Key Light und Fill Light beträgt üblicherweise 3:1 bis 4:1. Moderne Setups verwenden Softboxen mit 60x90cm oder 120x180cm Abmessungen für weiche Ausleuchtung der breiten Gesichtshälfte. Fresnel-Linsen mit 6-8 Zoll Durchmesser ermöglichen präzise Lichtformung bei härteren Looks.

Geschichte & Entwicklung

Das breite Licht entwickelte sich in den 1920er Jahren in Hollywood-Porträtstudios als Standardtechnik für Glamour-Aufnahmen. Kameramann Karl Freund verwendete diese Methode erstmals systematisch 1926 bei "Varieté" für Schauselerporträts. In den 1940ern etablierte sich die Technik durch Cinematographer Gregg Toland ("Citizen Kane", 1941) als dramaturgisches Stilmittel. Moderne LED-Technologie seit 2010 ermöglicht kontinuierliche Farbtemperatur-Anpassung von 2700K-6500K während der Aufnahme.

Praxiseinsatz im Film

Roger Deakins nutzte breites Licht in "Blade Runner 2049" (2017) für Jared Letos Charakterporträts, um dessen markante Gesichtszüge zu betonen. Die Technik eignet sich für Nahaufnahmen schmaler Gesichter und dramatische Dialogszenen mit frontaler Kameraposition. Typischer Workflow: Key Light-Setup, Fill Light auf 25% der Hauptintensität reduzieren, Haarlicht mit 500-800 Lux für Kontur hinzufügen. Nachteil: runde Gesichter wirken breiter, flache Beleuchtung reduziert Gesichtsmodellierung.

Vergleich & Alternativen

Gegensatz zum schmalen Licht (Short Lighting), bei dem die kameraabgewandte Gesichtshälfte betont wird. Rembrandt-Beleuchtung erzeugt durch 45-Grad-Winkel charakteristische Dreiecks-Lichtflecken, während Split Lighting das Gesicht hälftig teilt. Butterfly Lighting mit frontaler Lichtquelle eliminiert seitliche Schatten komplett. Moderne Ring-Light-Systeme mit 400-600 LEDs bieten gleichmäßige Rundum-Ausleuchtung als Alternative für Beauty-Shots.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze breites Licht gezielt bei Schauspielern mit markanten, schmalen Gesichtszügen ein, um ihre Präsenz zu verstärken. Bei runden Gesichtern vermeide ich diese Technik komplett und wechsle zu Short Lighting mit 60-Grad-Winkel. Die präzise Ausrichtung der Softbox auf die zugewandte Gesichtshälfte entscheidet über die Wirkung der gesamten Einstellung.

Regisseur

Ich nutze breites Licht für Charaktere, die Stärke und Offenheit ausstrahlen sollen – es macht Gesichter präsenter und direkter. Bei introvertierten oder geheimnisvollen Figuren wähle ich schmales Licht für mehr Tiefe. Die Entscheidung fällt bereits beim Casting, da ich die Beleuchtungsstrategie an die Gesichtsform der Darsteller anpasse.

Produzent

Breites Licht erfordert größere Softboxen und stärkere Leuchten, was 15-20% höhere Stromkosten und längere Setup-Zeiten bedeutet. Bei Dialogszenen spare ich Zeit durch weniger Umbauten zwischen den Einstellungen. Die Investition in hochwertige LED-Panels amortisiert sich durch reduzierte Stromkosten und weniger Hitzeproblemen am Set.

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