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Completion Bond
Produktion · Begriffe

Completion Bond

Bond
Murnau AI illustration
15lb sandbag 20 c stand 216 diffusion 250 diffusion 251 diffusion 25lb sandbag 35lb sandbag 40 c stand

Versicherung gegen Produktionsausfall — springt ein, wenn der Film nicht fertiggestellt wird. Voraussetzung für die meisten Finanzierungen.

Technische Details

Standard-Completion-Bonds decken Budgetüberschreitungen ab 110% der ursprünglich genehmigten Produktionskosten ab. Die Selbstbeteiligung (Deductible) beträgt meist 10% des Budgets, maximal jedoch 500.000-1.000.000 USD. Bonds unterscheiden zwischen "Full Completion Guarantee" (unbegrenzte Deckung) und "Contingency Coverage" (begrenzte Deckungssumme von 10-20% des Budgets). Cast Insurance und Equipment Coverage sind separate Policen, die oft parallel abgeschlossen werden.

Geschichte & Entwicklung

Der erste Completion Bond wurde 1950 von The Completion Bond Company für den britischen Film "The Third Man" ausgestellt. Film Finances Inc., gegründet 1950, etablierte das System in Hollywood und finanzierte über 5.000 Filme. In den 1980er Jahren entwickelten sich spezialisierte Anbieter wie International Film Guarantors (IFG) und European Film Bonds. Seit den 1990er Jahren sind Completion Bonds Standard bei internationalen Co-Produktionen und Bankfinanzierungen.

Praxiseinsatz im Film

Bei "Apocalypse Now" (1979) übernahm die Bond Company nach massiven Überschreitungen die Kontrolle und co-finanzierte zusätzliche 15 Millionen USD. "The Adventures of Baron Munchausen" (1988) kostete die Completion Bond Company über 20 Millionen USD Nachfinanzierung. Moderne Produktionen wie Marvel-Filme arbeiten mit mehrschichtigen Bond-Strukturen, die Pre-Production, Principal Photography und Post-Production separat absichern. Die Bond Company erhält Daily Production Reports, überwacht Dailies und kann bei Gefährdung der Fertigstellung das Projekt übernehmen.

Vergleich & Alternativen

Completion Bonds unterscheiden sich von Standard-Filmversicherungen durch die Fertigstellungsgarantie statt reiner Schadensdeckung. Bank-Guarantees erfordern Sicherheiten in gleicher Höhe des Budgets, während Bonds nur die Prämie kosten. Self-Bonding bei Studios mit ausreichender Bonität ersetzt externe Bonds durch interne Garantien. Contingency Funds (10-15% des Budgets) bieten begrenzte Absicherung ohne Fertigstellungsgarantie. Bei Netflix und Amazon-Produktionen werden zunehmend interne Completion-Services statt externer Bonds verwendet.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Als DoP interessiert mich der Completion Bond hauptsächlich wegen der Budgetkontrolle – wenn die Bond Company eingreift, werden oft teure Kamera-Setups gestrichen oder vereinfacht. Ich dokumentiere jeden zusätzlichen Drehtag oder Equipment-Wechsel penibel, da diese Mehrkosten direkt an die Bond-Prüfer gehen. Bei kritischen Produktionen plane ich bereits Alternative für teure Shots, falls die Bond Company später Kürzungen verlangt.

Regisseur

Der Completion Bond zwingt mich zu eiserner Disziplin bei Drehplan und Budget – jede kreative Spontaneität muss kalkuliert sein, da Überschreitungen sofort gemeldet werden. Wenn die Bond Company übernimmt, verliere ich faktisch die kreative Kontrolle; sie können Szenen streichen, den Final Cut übernehmen oder sogar den Regisseur austauschen. Ich arbeite eng mit dem Bond-Representative zusammen und dokumentiere jeden kreativen Kompromiss, um später nicht die Schuld für Budgetprobleme zu bekommen.

Produzent

Der Completion Bond kostet mich 3-5% des Budgets, ermöglicht aber erst die Bankfinanzierung – ohne Bond keine internationalen Verkäufe oder Distributionsvorverträge. Ich reiche täglich Cost Reports ein und halte 10% Contingency plus die Bond-Deckung für Notfälle bereit. Bei Überschreitungen übernimmt die Bond Company zwar die Kosten, aber auch die Kontrolle über mein Projekt – ein zweischneidiges Schwert, das ich nur im Notfall aktivieren will.

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