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Astera Helios Tube
Licht · Equipment

Astera Helios Tube

Murnau AI illustration
astera color temperature flow roll take

Akkubetriebene RGB-LED-Röhre von Astera mit App-Steuerung und Pixel-Mapping für farbige Effektbeleuchtung.

Technische Details

Die Helios Tube verfügt über einen integrierten Lithium-Ionen-Akku mit 54 Wh Kapazität, der eine Betriebsdauer von bis zu 20 Stunden bei minimaler Leistung ermöglicht. Die Farbwiedergabe erreicht CRI>96 und TLCI>97. Das Gehäuse aus eloxiertem Aluminium ist nach IP65 staub- und wasserdicht klassifiziert und wiegt 1,1 kg. Die Steuerung erfolgt über die Astera-App via Bluetooth oder DMX512/CRMX-Funkprotokoll. Drei Varianten existieren: die Standard-Version, die Plus-Version mit erweiterten Funktionen und die Titan-Version mit höherer Lichtleistung von 3.000 Lumen.

Geschichte & Entwicklung

Astera stellte die Helios Tube 2018 auf der NAB in Las Vegas vor, nachdem das deutsche Unternehmen bereits seit 2008 LED-Lösungen für Film und Event entwickelte. Die Entwicklung basierte auf den Erfahrungen mit der pixelbaren Titan Tube aus 2016. 2020 folgte die Helios Tube Plus mit verbesserter Akkulaufzeit und zusätzlichen Effekten. 2022 erweiterte Astera das System um die Helios Kit-Varianten mit unterschiedlichen Zubehörkonfigurationen.

Praxiseinsatz im Film

Gaffers setzen die Helios Tube als praktische Lichtquelle (Practical) in Szenenbildern ein, etwa als Neonröhre in Büros oder als RGB-Akzentlicht. Bei "The Batman" (2022) nutzte Kameramann Greig Fraser Helios Tubes für die charakteristische Rot-Grün-Beleuchtung in Innenräumen. Das kabellose Design ermöglicht schnelle Positionierung in engen Räumen ohne Stromversorgung. Typische Workflows umfassen die Vorprogrammierung von Lichtsequenzen über die App und die Synchronisation mehrerer Tubes für komplexe Farbverläufe. Nachteile sind die begrenzte Akkulaufzeit bei Vollleistung und die geringere Lichtintensität im Vergleich zu netzbetriebenen Alternativen.

Vergleich & Alternativen

Die Helios Tube konkurriert mit der ARRI SkyPanel S30-C als größere, netzbetriebene Alternative und der Quasar Science Q-LED X als direktem Konkurrenten im Tube-Segment. Gegenüber herkömmlichen Kinoflo-Röhren bietet sie Farbflexibilität ohne Folienfilter, jedoch weniger Lichtleistung. Für Außenaufnahmen bei Tageslicht eignen sich HMI-Scheinwerfer besser, während die Helios Tube bei kontrollierten Innenaufnahmen und Run-and-Gun-Produktionen ihre Stärken ausspielt.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Als DoP schätze ich die Helios Tube für ihre sofortige Farbtemperaturanpassung ohne Filterfolien – ich kann binnen Sekunden von warmem Tungsten zu kaltem Tageslicht wechseln. Die 160°-Abstrahlung erzeugt weiches, gleichmäßiges Licht, das sich perfekt für Eye-Light oder als versteckte Practical eignet. Bei hohen ISO-Werten der modernen Kameras reicht die Lichtleistung oft aus, nur bei direkter Konkurrenz mit hellem Tageslicht stößt sie an Grenzen.

Regisseur

Ich nutze die Helios Tubes gezielt für emotionale Farbdramaturgie – rotes Licht für Spannung, blaues für Melancholie, ohne dass mein Team Folien wechseln muss. Die vorprogrammierten Sequenzen ermöglichen mir dynamische Lichtverläufe während der Aufnahme, etwa einen langsamen Farbwechsel für Zeitsprünge. Das kabellose Design gibt mir die Freiheit, spontan Lichtakzente zu setzen, ohne dass Kabel im Bild stören.

Produzent

Eine Helios Tube kostet etwa 1.200 Euro, amortisiert sich aber durch gesparte Rigger-Stunden und Stromkosten bei Location-Drehs ohne Stromanschluss. Die 20-Stunden-Akkulaufzeit reduziert Ausfallzeiten, und das kompakte Format spart Transportkosten im Vergleich zu sperrigen Tungsten-Setups. Allerdings muss ich bei längeren Drehtagen Ersatzakkus einkalkulieren und die empfindliche Elektronik gegen Stöße versichern lassen.

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