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ARRIFLEX
Kamera · Equipment

ARRIFLEX

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Legendäre Filmkamera-Serie von ARRI — seit 1937 Standard für professionelle 16mm- und 35mm-Kinoproduktionen weltweit.

Technische Details

Die Arriflex 35 (1937) war die erste Spiegelreflexkamera für 35mm-Film mit einem 45°-Spiegel im Verschlusssektor, der 50% der Belichtungszeit für die Sucherbetrachtung nutzte. Der Verschluss arbeitet mit 11,2° bis 180° variabler Öffnung. Die Arriflex 16ST (1952) wog 6,8 kg und ermöglichte Aufnahmen mit 8-64 Bildern pro Sekunde. Die späteren Modelle wie die Arriflex 35BL (1972) integrierten Barney-Schalldämpfung für Synchronaufnahmen und erreichten Geräuschpegel unter 32 dB. Die Kameras verwenden Bajonett-Objektivanschlüsse (ARRI-Standard bzw. ARRI-PL) und unterstützen Filmmagazine von 122m bis 304m.

Geschichte & Entwicklung

August Arnold und Robert Richter entwickelten 1937 die erste Arriflex 35 als Reaktion auf die unhandlichen Studiokameras der 1930er Jahre. Die Wehrmacht nutzte Arriflex-Kameras extensiv für Kriegsdokumentation. 1952 folgte die 16mm-Version Arriflex 16, 1965 die geräuscharme 16BL für Synchronton. Die Arriflex 35IIC (1963) wurde zur Standardkamera für Dokumentarfilme und das Neue Deutsche Kino. 1975 erschien die Arriflex 16SR mit Kristallmotor und Zeitsync. Die letzte reine Filmkamera der Serie, die Arriflex 416 (1999), markierte den Übergang ARRIs zur Digitaltechnologie.

Praxiseinsatz im Film

Arriflex-Kameras prägten die Ästhetik des Cinéma Vérité und der Nouvelle Vague. Jean-Luc Godard drehte "Außer Atem" (1960) mit einer Arriflex 16, Werner Herzog verwendete die 16BL für "Aguirre" (1972). Die handliche Bauweise ermöglichte Handheld-Aufnahmen und spontane Kameraführung. Dokumentarfilmer wie die Maysles-Brüder setzten auf die 16BL für Direct Cinema. Die PL-Mount-Kompatibilität der späteren Modelle gewährleistete nahtlose Integration professioneller Optiken von Zeiss, Cooke und Angenieux. Synchronaufnahmen erforderten die BL-Versionen, während die Standard-Modelle für MOS-Aufnahmen (Motor Only Sync) optimiert waren.

Vergleich & Alternativen

Konkurrenzprodukte wie die Éclair NPR oder Bolex H16 boten ähnliche Portabilität, erreichten aber nicht die mechanische Präzision der Arriflex-Serie. Während Panavision-Kameras größere Studioproduktionen dominierten, etablierte sich Arriflex im Dokumentar- und Independent-Bereich. Moderne Nachfolger sind ARRIs digitale Alexa-Serie und die Super-16-Kamera Arriflex 416 Plus. Die Alexa übernimmt das Bedienkonzept und die PL-Kompatibilität, ersetzt aber Film durch digitale Sensoren. Für authentische Filmoptik greifen Cinematographen weiterhin zu restaurierten Arriflex-Kameras, besonders bei Projekten mit Retro-Ästhetik.

Aktuelles

Die Arriflex SR3, eine professionelle 16mm-Filmkamera von Arri, bleibt bei Filmemachern beliebt für ihre Zuverlässigkeit und Bildqualität. In Kombination mit hochwertigen Objektiven wie den Zeiss Ultra Primes ermöglicht sie weiterhin professionelle Produktionen im 16mm-Format, das trotz digitaler Alternativen seinen charakteristischen Look beibehält.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze den Arriflex-Sucher für seine Helligkeit und Schärfe – der 45°-Spiegel gibt mir auch bei schwachem Licht ein klares Bild. Die 16SR erlaubt mir spontane Handheld-Shots mit präziser Fokussierung, während die mechanische Zuverlässigkeit auch bei extremen Temperaturen funktioniert. Der variable Verschluss von 11,2° bis 180° gibt mir kreative Kontrolle über Bewegungsunschärfe ohne ND-Filter.

Regisseur

Mit der Arriflex kann ich näher an die Schauspieler heran und schaffe durch die kompakte Bauweise eine intimere Atmosphäre am Set. Die spontanen Schwenks und Handheld-Bewegungen unterstützen meinen naturalistischen Inszenierungsstil, wie ihn Dogma 95 propagierte. Der authentische 16mm-Look der Arriflex verleiht meinen Charakterstudien eine dokumentarische Unmittelbarkeit, die digitale Kameras erst durch Post-Processing erreichen.

Produzent

Eine gebrauchte Arriflex 16SR kostet mich 8.000-15.000 Euro, während Digitalkameras schnell das Dreifache erreichen und nach fünf Jahren veraltet sind. Der Filmverbrauch von etwa 0,50 Euro pro Sekunde Material begrenzt allerdings die Take-Anzahl und erfordert disziplinierte Drehplanung. Wartungskosten halten sich bei der robusten Mechanik in Grenzen, und die weltweite Verfügbarkeit von Service-Partnern minimiert Produktionsrisiken.

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