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A- und B-Rollen
Schnitt

A- und B-Rollen

A and B rolls
Murnau AI illustration
a roll b roll roll edit

Zwei Filmstreifen mit alternierendem Material — ermöglicht optische Übergänge ohne Schnittmarke sichtbar zu machen. Analog-Ära Standard, heute nur noch für 16mm oder archivale Projektion.

Beim Schneiden von Filmkopien — besonders im 16mm-Format — werden zwei physische Filmstreifen in einem strikten Muster aufgebaut: Material für die geraden Schnitte auf die A-Rolle, Material für die ungeraden Schnitte auf die B-Rolle. Dazwischen: schwarzer Filmstreifen oder Spacer. Das ist aufwendig — aber dieser Aufwand zahlt sich aus, sobald Überblendungen, Auflösungen oder Abblendungen gefragt sind.

Der praktische Sinn liegt in der optischen Verarbeitung. Liegen zwei Schnittkanten direkt nebeneinander auf einem Filmstreifen, sieht man im Kopiertisch den Schnitt — einen sichtbaren Sprung. Mit A- und B-Rollen laufen beide Streifen gleichzeitig durch die Kopiermaschine: Während die A-Rolle belichtet wird, bleibt die B-Rolle dunkel, und umgekehrt. So entsteht eine weiche Überblendung, ohne dass je zwei belichtete Kanten aufeinandertreffen. Dauer und Charakter der Überblendung lassen sich direkt bei der Belichtung steuern — über die Kurve am Kopiertisch, nicht nachträglich.

Heute findet das System fast nur noch bei echtem 16mm-Archivmaterial oder bei gezieltem Format-Shooting aus ästhetischen Gründen Anwendung. Im digitalen Workflow ist ein A/B-Roll-Prinzip längst computergesteuert und unsichtbar — Premiere, Avid oder DaVinci rechnen Übergänge automatisch. Vielen Editoren, die nie mit physischem Film gearbeitet haben, ist das Prinzip dennoch nicht mehr vertraut.

Beim analogen Schnitt oder bei der Arbeit mit Archivmaterial muss die Rollenreihenfolge konsequent sein — jede Schnittmarke exakt geprägt, jeder Spacer in der richtigen Länge. Ein Messfehler von wenigen Frames und die Überblendung sitzt schief. Manche Schnittmeister arbeiteten mit farbigen Tintenmarkierungen, um die Übersicht zu behalten. Die Methode ist handwerklich, funktioniert aber zuverlässig, und das Ergebnis in der Kopie ist transparent und reproduzierbar.

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