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Voigtlaender Hyper Wide Heliar 10mm f/5.6
Kamera · Objektive

Voigtlaender Hyper Wide Heliar 10mm f/5.6

Murnau AI illustration
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Rektilineares 10-mm-Superweitwinkel mit 130 Grad Bildwinkel bei 312 Gramm — Fotooptik, die im Kinobereich dort eingesetzt wird, wo Cine-Weitwinkel schlicht zu gross sind. Kein Fisheye, kein Filtergewinde.

Das Voigtländer Hyper Wide Heliar 10mm f/5.6 Aspherical ist ein manuell fokussiertes Superweitwinkel für Kleinbild. Im Kinobereich taucht es auf, weil es eine Kombination liefert, die es sonst nicht gibt: 130 Grad Bildwinkel bei rund 312 Gramm.

Rektilinear, kein Fisheye

Das ist der entscheidende Punkt und der Grund für die aufwendige Rechnung. Ein Fisheye krümmt gerade Linien und erreicht seinen Bildwinkel dadurch billig. Das 10er ist rektilinear gerechnet: Gerades bleibt gerade, bis in die Ecken. In Innenräumen, an Architektur und überall dort, wo Kanten im Bild liegen, ist das kein ästhetisches Detail, sondern die Bedingung dafür, dass der Raum lesbar bleibt.

Optik

13 Elemente in 10 Gruppen, zehn Blendenlamellen, Blendenbereich f/5.6 bis f/22, Nahgrenze 30 Zentimeter. Die Zahl der asphärischen Elemente unterscheidet sich nach Anschluss und wird in Listen regelmäßig falsch übernommen: die VM-Version (Leica M) hat zwei, die Sony-E-Version eine. Es sind zwei verschiedene Rechnungen, nicht dieselbe Optik mit anderem Bajonett.

Kein Filtergewinde

Die stark gewölbte Frontlinse lässt keine Schraubfilter zu. Bei einer Anfangsöffnung von f/5.6 bedeutet das in hellem Außenlicht eine Einschränkung, mit der zu rechnen ist: ND wird über die Kamera gelöst — interne Filter, Verschlusswinkel oder Empfindlichkeit — oder über eine Matte Box, die vor dem Objektiv sitzt und dessen Bildwinkel nicht beschneidet. Letzteres ist bei 130 Grad nicht trivial.

Blendensterne

An harten, punktförmigen Lichtquellen erzeugt die Zehn-Lamellen-Blende ausgeprägte, klar gezeichnete Sterne. Das ist ein deutlicher gestalterischer Eingriff — wer ihn nicht will, meidet direkte Lichtquellen im Bild; wer ihn will, hat ein Motiv, das sich nicht in der Nachbearbeitung überzeugend nachbauen lässt.

Einordnung gegen Cine-Weitwinkel

Verglichen wird es in der Praxis mit den kurzen Brennweiten der großen Cine-Reihen. Optisch gewinnt es diesen Vergleich nicht — Cine-Weitwinkel haben Zahnkranz, Fokusweg, Filtergewinde und durchgehende Frontdurchmesser. Es gewinnt ihn über Bauform und Gewicht: dort, wo die Kamera flach auf dem Boden liegt, bündig an einer Wand sitzt oder an einem Gimbal hängt, ist ein 312-Gramm-Objektiv keine Sparlösung, sondern die einzige, die passt.

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