Drei- oder vierbeiniges Stativgestell für Scheinwerfer und Kameras — besonders stabil auf unebenem Gelände. Ersetzt den Stativ-Kopf, wenn die Last zu groß oder die Position zu niedrig ist.
Auf der Baustelle oder im Wald stößt das Standard-Stativ schnell an seine Grenzen. Der Untergrund ist uneben, die Last zu groß, oder die Position liegt so tief, dass kein Kopf mehr hinreicht. Hier kommt die Spinne ins Spiel — ein drei- oder vierbeiniges Gestell aus Stahl oder Aluminium, das direkt auf dem Boden steht und Leuchte oder Kamera trägt, ohne dass ein klassischer Stativkopf nötig ist.
Die Spinne funktioniert nach einem simplen Prinzip: Mehrere Beine — meist drei oder vier — werden auseinandergespreizt und im Boden verhakt oder auf Sandsäcken abgestützt. Das Gewicht verteilt sich auf die gesamte Aufstandsfläche, was enorme Stabilität bietet, besonders wenn der Untergrund federt oder nicht eben ist. Oben wird die Last — eine HMI-Leuchte, eine Reflektor-Anordnung oder die Kamera selbst — entweder direkt ans Kreuzstück geschraubt oder über ein kurzes Armsystem positioniert. Im Gegensatz zum Stativ ist keine Höhe nötig; die Spinne arbeitet oft unterhalb von 1,5 Metern.
In der Praxis kommt die Spinne vor allem bei extremen Bedingungen zum Einsatz: Außendrehs auf Wiesen oder Schotter, wo Stativbeine einsinken würden; in engen Räumen mit niedriger Decke; oder wenn eine Leuchte unmittelbar neben den Schauspielern positioniert werden muss, ohne dass ein hohes Gestell stört. Für Drei-Punkt-Beleuchtung mit wenig Höhe eignet sich die dreibeinige Variante besonders gut. Die Vier-Bein-Variante ist stabiler bei sehr schweren Lasten oder bei Wind, kostet dafür aber Platz und Flexibilität beim Umstellen.
Die Beine müssen fest verankert sein. Sandsäcke oder Krampen sind Pflicht, besonders bei schweren Scheinwerfern oder wenn Personen in der Nähe arbeiten. Eine umgekippte Spinne mit 2,5-kW-Leuchte ist kein Sicherheitsverstoß, sondern ein potenzieller Unfall. Auf unebenem Boden werden die Beine kreuzweise ausgelegt, nicht parallel — das maximiert die Standfläche. In Kombination mit Grip-Equipment wie dem Overhead-Rig oder klassischen C-Stands ist die Spinne beim Low-Angle-Licht kaum zu ersetzen.
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