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C-Stand mit Gleitbeinen
Grip · Equipment

C-Stand mit Gleitbeinen

Sliding Leg C-Stand
Murnau AI illustration
15lb sandbag 20 c stand 216 diffusion 250 diffusion 251 diffusion 25lb sandbag 35lb sandbag 40 c stand

C-Stand mit verschiebbaren Beinen für flexiblere Positionierung in engen Räumen. Ein Bein lässt sich teleskopisch ausfahren.

Technische Details

Standard-Ausführungen erreichen Arbeitshöhen zwischen 1,3 und 4,2 Meter bei einer maximalen Traglast von 10 kg am Hauptarm. Das Gleitbein verfügt über einen pneumatischen oder mechanischen Feststellmechanismus und kann stufenlos zwischen 0,3 und 1,2 Meter ausgefahren werden. Der charakteristische Knuckle-Arm (Gelenkarm) mit Grip Head ermöglicht 360-Grad-Rotation und trägt Lasten bis 5 kg in horizontaler Position. Hochwertige Modelle von Matthews, Avenger oder Kupo verwenden Stahl-Konstruktionen mit Pulverbeschichtung und wiegen zwischen 8,5 und 12 kg.

Geschichte & Entwicklung

Die Grundkonstruktion des C-Stands entstand 1927 in den Hollywood-Studios, das Gleitbein wurde erst 1987 von Matthews Studio Equipment als "Sliding Leg Extension" eingeführt. Diese Innovation löste das Problem der Bodenfreiheit bei niedrigen Kamerawinkeln und unebenen Set-Böden. 1994 folgte die Integration pneumatischer Arretierungen, 2003 entwickelte Avenger das "Auto Pole System" für noch präzisere Justierung. Moderne Varianten seit 2015 bieten Quick-Release-Mechanismen und gewichtsoptimierte Carbonfaser-Komponenten.

Praxiseinsatz im Film

Bei Ridley Scotts "Blade Runner 2049" (2017) nutzte DoP Roger Deakins C-Stands mit Gleitbeinen für die ikonischen Bodenlichter in den Stadtszenen – das ausgefahrene Bein stabilisierte die schweren LED-Panels bei 15-Grad-Winkeln. In Emmanuel Lubezkis Arbeit an "The Revenant" (2015) ermöglichten die Gleitbeine das Positionieren von Reflektoren auf unebenem Waldboden ohne sichtbare Stativbeine im Ultra-Weitwinkel. Der ausfahrbare Fuß verhindert das Umkippen bei Wind oder Erschütterungen und reduziert den Platzbedarf um bis zu 40 Prozent.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber Standard-C-Stands bietet die Gleitbein-Variante 60 Prozent mehr Stabilität bei niedrigen Winkeln, kostet jedoch 40-70 Euro mehr. Baby-Stands erreichen nicht die nötige Bodenfreiheit, Combo-Stands sind zu schwer für mobile Einsätze. Moderne Alternativen wie der Manfrotto Avenger A2033L oder Matthews Hollywood Century C-Stand 40" bieten vergleichbare Funktionalität. Für extreme Präzision setzen DoPs zunehmend auf motorisierte Varianten mit Remote-Steuerung, die seit 2019 verfügbar sind.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich nutze C-Stands mit Gleitbeinen hauptsächlich für extreme Low-Angle-Shots, wo das ausgefahrene Bein die Leuchte exakt 20 cm über dem Boden hält, ohne ins Objektiv zu ragen. Bei Steadicam-Fahrten durch enge Räume positioniere ich damit Kicker-Lights, die dem Operator maximale Bewegungsfreiheit lassen, während das Gleitbein unter Möbeln oder Treppen verschwindet.

Regisseur

Das Gleitbein eröffnet mir völlig neue Möglichkeiten für dramatische Unterbeleuchtung – ich kann Charaktere von unten anleuchten, ohne dass Stativbeine die Schauspieler in ihrer Bewegung einschränken. Bei Dialogszenen am Boden oder auf niedrigen Sofas schaffe ich damit eine bedrohliche Lichtstimmung, die psychologisch von unten "angreift", während die Technik unsichtbar bleibt.

Produzent

Ein C-Stand mit Gleitbeinen kostet 280-350 Euro gegenüber 180 Euro für die Standardversion, amortisiert sich aber durch 30 Prozent schnellere Licht-Setups bei komplizierten Positionen. Das bedeutet pro Drehtag 45 Minuten weniger Rigging-Zeit, was bei einer 50-köpfigen Crew 2.100 Euro Personalkosten spart – nach drei Einsätzen hat sich die Investition bereits gelohnt.

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