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Rosco Cinefoil
Licht · Begriffe

Rosco Cinefoil

Murnau AI illustration
cinefoil color temperature flow foil roll rosco

Mattschwarz beschichtete Aluminiumfolie von Rosco zum Abschirmen und gezielten Lenken von Licht — flexibler als Barndoors.

Technische Details

Cinefoil besteht aus einer speziellen Aluminiumlegierung mit matter, tiefschwarzer Beschichtung auf beiden Seiten. Die Standardbreite beträgt 30,5 cm (12 Zoll), geliefert wird es in Rollen von 15,24 Metern (50 Fuß) Länge. Das Material ist extrem formbar, reißfest und hitzebeständig bis 650°C. Im Gegensatz zu herkömmlicher Haushaltsfolie reflektiert Cinefoil absolut kein Licht und erzeugt scharfe, definierte Schattenkanten. Die matte Oberfläche verhindert unerwünschte Spiegelungen und Hot Spots.

Geschichte & Entwicklung

Rosco Laboratories entwickelte Cinefoil 1968 als Antwort auf die Bedürfnisse der Filmindustrie nach einem flexiblen, nicht-reflektierenden Material zur Lichtkontrolle. Zuvor verwendeten Filmteams improvisierte Lösungen wie geschwärzte Metallbleche oder normale Aluminiumfolie. Die Einführung von Cinefoil revolutionierte das präzise Flagging bei Studioproduktionen. In den 1980er Jahren etablierte sich das Produkt auch im Television- und Werbefilmbereich als Industriestandard.

Praxiseinsatz im Film

Cinefoil formt Lichtspills an Scheinwerfern, schirmt ungewollte Reflexionen ab und erstellt Custom-Blenden (Gobos) für spezielle Lichteffekte. Gaffer verwenden es zur spontanen Anpassung von Lichtcharakteristiken ohne Standortwechsel der Scheinwerfer. Bei Stanley Kubricks "Barry Lyndon" (1975) nutzte das Team Cinefoil extensiv zur Kontrolle der empfindlichen Kerzenlichtaufnahmen. Das Material lässt sich direkt an heißen Lampen anbringen, ohne zu schmelzen oder zu brennen. Typische Anwendungen umfassen das Abschirmen von Linsenreflexionen, das Schaffen von Fensterumrissen oder das Blockieren von Lichtlecks in Sets.

Vergleich & Alternativen

Schwarze Duvetine-Stoffbahnen bieten ähnliche Absorption, sind jedoch weniger hitzebeständig und unflexibler in der Formgebung. Moderne LED-Panels mit Barn Doors reduzieren den Cinefoil-Bedarf, ersetzen ihn jedoch nicht vollständig bei präzisen Anpassungen. Digital Gobos und programmierbare Lichtformer bieten mehr Flexibilität, kosten aber deutlich mehr. Haushalts-Aluminiumfolie mit schwarzer Sprühfarbe erreicht nie die Absorptionswerte und Haltbarkeit von Original-Cinefoil. Bei temperatursensiblen Anwendungen unter 200°C können schwarze Kartonagen als kostengünstige Alternative dienen.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich forme mit Cinefoil millimetergenau Lichtspills, ohne dass ich Scheinwerfer neu positionieren muss – das spart mir Zeit und gibt absolute Kontrolle über Kontraste. Bei Nachtaufnahmen verhindert es ungewollte Reflexionen auf glänzenden Oberflächen, die meine Bildkomposition stören würden. Die scharfen Schattenkanten helfen mir, dramatische Lichtübergänge zu schaffen, die mit Softboxen unmöglich wären.

Regisseur

Cinefoil ermöglicht mir spontane Lichtanpassungen für emotionale Beats – ich kann Gesichtshälften präzise in Schatten legen oder Fensterkreuze auf Wände projizieren, ohne aufwendige Umbauten. Bei Verhörszenen nutze ich es, um harte Lichtschnitte zu erzeugen, die die psychologische Spannung verstärken. Es gibt mir die Flexibilität, am Set kreativ zu reagieren, ohne den Drehplan zu sprengen.

Produzent

Eine Rolle Cinefoil kostet etwa 45 Euro und ersetzt teure Custom-Gobos oder zusätzliche Flag-Setups – das rechnet sich schnell bei spontanen Anpassungen. Es reduziert Umbauzeiten am Set erheblich, da keine schweren Flagging-Konstruktionen bewegt werden müssen. Pro Drehtag kalkuliere ich etwa eine halbe Rolle ein, was bei 50 Drehtagen rund 1.100 Euro Materialkosten bedeutet – vernachlässigbar gegenüber eingesparten Überstunden.

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