Großflächiger Reflektor mit steilem Winkel — bricht hartes Sonnenlicht diffus und gleichmäßig in eine ganze Szene. Für Außenaufnahmen bei Gegenlicht unverzichtbar.
Wer bei Außenaufnahmen in hartem Sonnenlicht dreht, kommt um einen großflächigen Reflektor nicht herum — und hier meinen wir nicht die kleinen Silber-Gold-Dinger aus dem C-Stand Koffer. Der Dachreflektor ist ein massives Gestell, meist 4×4 oder 6×6 Meter, bespannt mit diffusem Reflexmaterial (Weiß, Silber oder Soft-Silk). Du stellst ihn über die Szene, zwischen Sonne und Set — und plötzlich hast du kein hartes Gegenlicht mehr, sondern eine gleichmäßig ausgeleuchtete Fläche, die wie ein übergroßer Softbox wirkt.
Die Magie liegt im Winkel: Ein Dachreflektor ist nicht senkrecht zum Boden — er sitzt in einem flachen Winkel, der das Sonnenlicht diffus bricht und großflächig zurückwirft. Das ist entscheidend für Szenen, in denen Personen gegen die Sonne spielen sollen, ohne in Silhouetten zu verschwinden. Besonders bei Gegenlicht-Setups — wenn die Sonne hinter deinem Motiv steht — fängt der Dachreflektor das harte Licht auf und wirft es als weiches, modellendes Licht zurück in die Szene. Kein Flimmern, keine Streaks im Sensor. Gleichmäßig, sauber, professionell.
In der Praxis brauchst du für so ein Teil mindestens zwei gut trainierte Grips und einen Wind-Report. Ein 6×6er bei Windböen ist ein Flying Object, keine Requisite. Deshalb arbeitet man oft mit Sandsäcken und Gin-Stands. Der Auf- und Abbau kostet Zeit — rechne 20 bis 30 Minuten ein. Aber die Licht-Qualität, die du gewinnst, ist nicht mit praktikablen Alternativen zu ersetzen. Ein Reflektor-Board kann hier nicht mithalten; du brauchst die Flächengröße, um einen ganzen Spielbereich auszuleuchten.
Typische Setups: Porträts bei starkem Gegenlicht, Außen-Dialogszenen zur Mittagszeit, Produktaufnahmen in voller Sonne. Manche Kameramänner kombinieren einen Dachreflektor mit einem großflächigen Bounce-Board davor — das erzeugt eine noch weichere, diffusere Lichtqualität. Wichtig: Reflektormaterial verschleißt. Regelmäßig auf Risse und Verfärbungen prüfen, sonst wird das Licht ungleichmäßig und fleckig. Und denk dran — ein Dachreflektor reduziert die Sonnenlicht-Intensität. Das heißt: Bei sehr langer Verschlusszeit oder großer Blende musst du eventuell ND-Filter einsetzen, um nicht überbelichtet zu werden.
Verwandte Begriffe
Quiz
1. Zu welchem Department gehört „Dachreflektor"?