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Rokkor 85mm f/1.7
Kamera · Begriffe

Rokkor 85mm f/1.7

Murnau AI illustration
flow para roll take

Minolta-Tele-Objektiv mit 85mm Brennweite und f/1.7 Blende — klassische Porträt-Brennweite mit sanfter Bokeh-Qualität.

Technische Details

Das Objektiv besteht aus 5 Elementen in 4 Gruppen mit einer Sonnar-artigen Konstruktion. Die Filtergewinde variieren je nach Version zwischen 52mm und 55mm, das Gewicht liegt bei etwa 320 Gramm. Die Blendenlamellen-Anzahl beträgt 6, wodurch sich eine charakteristische hexagonale Bokeh-Form ergibt. Zwei Hauptvarianten existieren: die frühe Version MC Rokkor-PF (1963-1966) mit silbernem Tubus und die spätere MC Rokkor-PG (1966-1981) mit schwarzer Lackierung und verbesserter Mehrschichtvergütung.

Geschichte & Entwicklung

Minolta führte das 85mm f/1.7 1963 als Ergänzung zur SR-Mount-Serie ein, um Porträtfotografen eine lichtstarke Teleobjektiv-Alternative zu bieten. Die Entwicklung erfolgte unter Leitung von Minoltas Chefoptiker Yoshiya Yamaki, der bereits am berühmten 58mm f/1.4 gearbeitet hatte. 1981 wurde die Produktion zugunsten der neuen MD-Mount-Objektive eingestellt, wobei das 85mm f/1.7 durch das weniger lichtstarke 85mm f/2 ersetzt wurde.

Praxiseinsatz im Film

Das Rokkor 85mm f/1.7 eignet sich besonders für Porträtaufnahmen und Close-ups mit natürlicher Perspektive bei 16mm-Film. Die offene Blende f/1.7 ermöglicht selektive Schärfe mit weichem Bokeh, während die moderate Teleobjektiv-Brennweite natürliche Gesichtsproportionen bewahrt. Fokus-Breathing tritt minimal auf, was sanfte Schärfeverlagerungen ermöglicht. Die relativ kompakte Bauweise macht es für Handkamera-Arbeit geeignet, wobei die manuelle Fokussierung präzise Schärfenachführung erfordert.

Vergleich & Alternativen

Im Vergleich zum Canon FD 85mm f/1.8 bietet das Rokkor eine Blendenstufe mehr Lichtstärke bei ähnlicher Schärfeleistung. Das Zeiss Planar 85mm f/1.4 übertrifft es in Lichtstärke und Auflösung, kostet jedoch ein Vielfaches. Moderne Alternativen wie das Sony FE 85mm f/1.8 bieten Autofokus und bessere Vergütung, können jedoch durch Adapter mit Minolta SR-Mount-Objektiven an digitalen Kameras kombiniert werden. Für Vintage-Look und charakteristische Bildwirkung bleibt das Rokkor 85mm f/1.7 eine geschätzte Option.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze die natürliche Perspektive des 85mm für Gesichtsaufnahmen ohne Verzerrung und die cremige Hintergrundunschärfe bei f/1.7. Der manuelle Fokusring läuft butterweich und ermöglicht mir präzise Schärfeverlagerungen, allerdings muss ich bei offener Blende sehr genau fokussieren, da die Schärfentiefe extrem gering wird.

Regisseur

Das 85mm f/1.7 isoliert Charaktere perfekt von ihrer Umgebung und schafft intime Nähe ohne aufdringliche Kameranähe. Ich nutze es für emotionale Dialoge und Charakterstudien, da die Brennweite natürliche Distanz bewahrt, während die offene Blende störende Hintergrundelemente verschwimmen lässt.

Produzent

Vintage Rokkor-Objektive kosten auf dem Gebrauchtmarkt zwischen 150-400 Euro je nach Zustand, was deutlich günstiger ist als moderne Profi-Optiken. Allerdings benötige ich entsprechende Adapter für aktuelle Kameras und muss mit längeren Setup-Zeiten durch manuellen Fokus kalkulieren, was bei schnellen Drehplänen problematisch werden kann.

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