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REDWideGamutRGB
Kamera · Technik

REDWideGamutRGB

Murnau AI illustration
flow gamut roll

REDs erweiterter Farbraum designed um alle Farben zu enthalten, die ihre Sensoren erfassen können.

Überblick

REDWideGamutRGB (kurz RWG) ist der kamera-native RGB-Farbraum von RED Digital Cinema. Er wurde mit der zweiten Generation von REDs Bildverarbeitungs-Pipeline (IPP2) eingeführt und ist so ausgelegt, dass er sämtliche Farben umfasst, die eine RED-Kamera erzeugen kann, ohne dass Farben am Gamut-Rand beschnitten werden ("clipping"). RWG ist damit kein Beleuchtungs- oder Grip-Equipment, sondern ein Farbraum für die Kodierung von Kameramaterial in der digitalen Postproduktion.

RWG wird stets zusammen mit der logarithmischen Kennlinie Log3G10 verwendet. Diese Kombination bildet in IPP2 das standardisierte, szenenbezogene ("scene-referred") Ausgangsmaterial: Unabhängig von Kameramodell, eingestelltem Look oder Ausgabeformat starten alle nachgelagerten Farboperationen vom selben Punkt. Das vereinfacht das Color Management gegenüber älteren RED-Workflows erheblich.

Technische Daten

RWG verwendet den Weißpunkt D65. Die Primärvalenzen (Chromazitätskoordinaten in CIE xy) liegen so weit außerhalb des Spektralbereichs, dass der Farbraum die gängigen Display-Gamuts übersteigt – die y-Koordinate des Grün-Primärs liegt über 1,0, was auf ein sehr weites, teils nicht-physikalisches Gamut hinweist.

Komponentexy
Rot0,7803080,304253
Grün0,1215951,493994
Blau0,095612-0,084589
Weißpunkt (D65)0,31270,3290

Die zugehörige Kennlinie Log3G10 ist nach ihrer Funktionsweise benannt: Das "3G" steht für die Abbildung von 18 % Mittelgrau auf den kodierten Wert 1/3, das "10" dafür, dass der kodierte Wert 1,0 einem Lichtwert von zehn Blendenstufen über Mittelgrau entspricht.

Einsatz in der Postproduktion

RWG/Log3G10 ist das Standard-Encoding für RED-Material und in den gängigen Schnitt- und Grading-Systemen (z. B. DaVinci Resolve) als Input-Farbraum auswählbar. Für den ACES-Workflow stellt RED einen offiziellen Input Device Transform (IDT) bereit, sodass RED-Material konsistent in ACES eingebunden werden kann.

Praktischer Vorteil des weiten Gamuts: Farben am Gamut-Rand ("edge-of-gamut") werden weniger schnell übersättigt oder als massive Farbblöcke dargestellt. Stark gesättigte Motive wie Neonschriften, Rücklichter oder chromatische Aberrationen wirken dadurch natürlicher. Aus dem RWG/Log3G10-Master wird anschließend in die gewünschten Ausgabe-Farbräume wie Rec.709, DCI-P3 oder Rec.2020 transformiert.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich nutze REDWideGamutRGB hauptsächlich bei HDR-Produktionen, weil ich damit Neonlicht und Feuerwerke ohne Farbclipping aufnehmen kann. Das erweiterte Spektrum gibt mir in der Post mehr Spielraum beim Grading, besonders bei extremen Lichtquellen. Allerdings muss ich beim Set-Monitoring aufpassen, da Standard-Rec.709-Monitore die tatsächlichen Farben nicht korrekt darstellen.

Regisseur

REDWideGamutRGB ermöglicht mir, Farbpaletten zu verwenden, die emotional intensiver wirken – besonders bei Science-Fiction oder Fantasy-Projekten. Die erweiterten Rottöne verstärken dramatische Szenen, während die intensiven Grüntöne natürliche Umgebungen lebendiger erscheinen lassen. Ich plane meine Farbdramaturgie bereits am Set anders, weil ich weiß, dass diese Nuancen später tatsächlich sichtbar sind.

Produzent

REDWideGamutRGB erhöht meine Post-Production-Kosten um etwa 15%, da wir HDR-kalibrierte Grading-Suiten benötigen und längere Renderzeiten haben. Dafür kann ich das Material sowohl für HDR-Premium-Releases als auch für Standard-SDR verwerten. Die Investition lohnt sich bei internationalen Verkäufen, da immer mehr Streaming-Plattformen HDR-Content bevorzugt einkaufen.

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