Überblick
Als Pillarbox (auch Pillarboxing) bezeichnet man die Darstellung eines Bildes mit schmälerem Seitenverhältnis innerhalb eines breiteren Rahmens, wobei links und rechts vertikale schwarze Balken (Mattes) entstehen. Der Name leitet sich von der Form an klassische, säulenartige britische Briefkästen (pillar box) ab. Pillarbox ist das vertikale Gegenstück zum Letterbox, bei dem die schwarzen Balken oben und unten liegen. Gebräuchlich sind auch die Begriffe reverse letterboxing oder curtain boxing.
Der Effekt erlaubt es, Material in seinem originalen Seitenverhältnis und ohne geometrische Verzerrung wiederzugeben, anstatt es horizontal zu strecken oder seitlich zu beschneiden (Pan and Scan).
Wann Pillarbox entsteht
Pillarbox tritt auf, wenn Inhalt mit einem schmaleren Seitenverhältnis auf einem breiteren Wiedergabeformat gezeigt wird. Typische Fälle:
- Klassisches 4:3-Material (Standard-TV, ältere Produktionen) auf einem 16:9-Bildschirm.
- Ein 16:9-Bild innerhalb eines breiteren Kinorahmens, etwa 2,39:1.
- Hochformatiges Material (z. B. vertikal gedrehtes Smartphone-Video) auf einem horizontalen Display.
Treffen Pillarbox und Letterbox zugleich auf (Balken auf allen vier Seiten), spricht man von Windowbox.
Abgrenzung zu Letterbox
| Technik | Lage der Balken | Typischer Auslöser |
|---|
| Pillarbox | links und rechts (vertikal) | schmäleres Bild in breiterem Rahmen (z. B. 4:3 in 16:9) |
| Letterbox | oben und unten (horizontal) | breiteres Bild in schmälerem Rahmen (z. B. 2,39:1 in 16:9) |
| Windowbox | alle vier Seiten | Kombination aus Pillarbox und Letterbox |
Einsatz in Produktion und Broadcast
In der Postproduktion und im Sendebetrieb ist Pillarbox die saubere Methode, um Formatunterschiede zu überbrücken, ohne das Bild zu verzerren. Sender nutzen teils ein gestaltetes Pillarboxing, bei dem die seitlichen Flächen mit Senderlogos oder Grafiken gefüllt werden, wenn 4:3-Material in einem 16:9-Sendeformat läuft. Über Bildformatsignalisierung wie die Active Format Description (AFD) kann dem Empfangsgerät mitgeteilt werden, wie das Bild korrekt einzupassen ist, um unnötiges Pillarboxing oder Strecken zu vermeiden.