Beim 35mm-Dreh bestimmt der Pulldown — 2, 3 oder 4 Perforationen pro Bild — Bildhoehe, natives Seitenverhaeltnis, Materialverbrauch und die Drehzeit pro Rolle.
35mm-Film hat vier Perforationslöcher pro Bildhöhe — wie viele davon die Kamera pro Bild weitertransportiert (der Pulldown), ist wählbar. 4-Perf ist der klassische Vollframe, 3-Perf und 2-Perf sind die sparsameren Varianten. Die Wahl fällt vor dem ersten Drehtag und bestimmt Bildhöhe, natives Seitenverhältnis, Materialverbrauch und damit die Laufzeit jeder 400-Fuss-Rolle.
Die drei Formate
- 4-Perf — volle Negativhöhe, natives ~4:3. Maximale Negativfläche für Sphärik, Pflichtformat für klassische 2x-Anamorphoten. Teuerste Variante: rund 4,5 Minuten pro 400-Fuss-Rolle bei 24 fps.
- 3-Perf — auf 1.85:1 zugeschnitten, kaum Verschnitt. Rund ein Drittel mehr Laufzeit pro Rolle (ca. 6 Minuten); heute der Standard für sphärische 35mm-Produktionen.
- 2-Perf — Scope-Frame (~2.40:1) aus halber Negativhöhe. Fast 9 Minuten pro Rolle, dafür deutlich sichtbareres Korn, weil weniger Negativ pro Bild arbeitet. Genau deshalb wird 2-Perf oft bewusst für Textur gewählt.
Einsatz am Set
Der Pulldown ist keine Menü-Einstellung, sondern Mechanik: das Filmwerk der Kamera muss dafür gebaut oder umgerüstet sein. Der Verleiher konfiguriert den Body entsprechend. Wer 2-Perf plant, fragt zuerst, welche Bodies der Verleiher überhaupt umrüsten kann.
Tipps aus der Praxis
- Erst Seitenverhältnis und Korn-Toleranz festlegen, dann das Perf-Format — nicht vom Budget rückwärts.
- 2-Perf spart Material, aber kein Licht: die Emulsion bleibt gleich empfindlich, nur die Fläche pro Bild schrumpft.
- 4-Perf plus Push-Processing ist ein gängiger Weg zu Scale UND Textur.
- Bei 3-Perf die Scan-Kette abklären — heute Standard, bei älteren Häusern nachfragen.
Verwandte Begriffe
Quiz
1. Zu welchem Department gehört „Perforations-Formate (2-/3-/4-Perf)"?