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Panavision Super Speed
Kamera · Equipment

Panavision Super Speed

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Lichtstärke Objektivserie von Panavision mit Blenden bis T1.4 — ermöglicht Aufnahmen bei schwachem Licht mit geringer Schärfentiefe.

Technische Details

Die Serie umfasst acht Brennweiten: 24mm, 28mm, 35mm, 40mm, 50mm, 55mm, 75mm und 85mm, alle mit konstanter T1.4-Blende. Das optische Design basiert auf einer modifizierten Gauss-Konstruktion mit 6-8 Linsenelementen je nach Brennweite. Die Naheinstellgrenze liegt bei 45-60cm, abhängig von der Brennweite. Besonderes Merkmal ist die sphärische Aberration bei Offenblende, die einen charakteristischen "Glow"-Effekt um helle Lichtquellen erzeugt. Der Filtergewinde-Durchmesser beträgt einheitlich 95mm, das Gehäuse wiegt zwischen 2,8 und 4,2 kg.

Geschichte & Entwicklung

Panavision entwickelte die Super Speeds ab 1969 unter der Leitung von Tak Miyagishima als Antwort auf die Nachfrage nach lichtstärkeren Objektiven für Available Light-Aufnahmen. Erste Produktionsnutzung erfolgte 1971 bei "The French Connection". Die Fertigung endete 1980 mit etwa 200 kompletten Sets. 2010 führte Panavision die "Super Speed Rehoused" ein – die originalen Optiken in modernen PL-Mount-Gehäusen. Seit 2019 produziert Panavision limitierte Neuauflagen der ursprünglichen Konstruktion.

Praxiseinsatz im Film

Stanley Kubrick nutzte die Super Speeds für die berühmten Kerzenlicht-Szenen in "Barry Lyndon" (1975), kombiniert mit speziellen f/0.7-NASA-Objektiven. Michael Ballhaus setzte sie in "Goodfellas" (1990) für die Low-Light-Sequenzen im Copacabana ein. Die charakteristische sphärische Aberration bei T1.4 erzeugt einen weichen, träumerischen Look mit ausgeprägten Lens Flares. Moderne Produktionen wie "Her" (2013) oder "Moonlight" (2016) verwenden die rehouseden Versionen für ihren organischen, intimen Bildstil. Der Workflow erfordert präzises Fokus-Pulling, da die Schärfentiefe bei T1.4 extrem gering ist.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu modernen T1.3-Objektiven wie den Leica Summilux-C zeigen die Super Speeds deutlich mehr optische "Persönlichkeit" durch Aberrationen und Vignettierung. Zeiss Super Speeds (T1.3) bieten ähnliche Lichtstärke, aber neutraleres Rendering. Moderne Alternativen sind Sigma Cine High Speed (T1.5) oder die Cooke S7/i (T2.0). Die Super Speeds werden gewählt, wenn der charakteristische Vintage-Look erwünscht ist, während moderne Alternativen bei technisch anspruchsvollen Produktionen oder 4K/8K-Aufnahmen bevorzugt werden.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze die Super Speeds gezielt für ihren einzigartigen Low-Light-Look ein – bei T1.4 bekomme ich diesen warmen Glow um Lichtquellen, der digital nicht replizierbar ist. Das Fokus-Pulling wird zur Herausforderung, da bei 50mm und T1.4 nur wenige Zentimeter scharf sind, aber genau das erzeugt diese intime Bildsprache. Die sphärischen Aberrationen am Bildrand nutze ich bewusst für emotionale Höhepunkte.

Regisseur

Die Super Speeds geben mir die Möglichkeit, auch bei schwächstem Licht noch natürlich zu drehen, ohne auf künstliche Beleuchtung angewiesen zu sein – das macht die Schauspielerführung authentischer. Der charakteristische Glow verstärkt romantische oder nostalgische Momente, während die geringe Schärfentiefe meinen Protagonisten vom Hintergrund isoliert. Ich kann Intimität visuell verstärken, ohne explizit darüber sprechen zu müssen.

Produzent

Ein kompletter Super Speed-Satz kostet 150.000-200.000 Dollar in der Anschaffung, die Tagesmiete liegt bei 800-1.200 Dollar – deutlich mehr als Standard-Optiken. Dafür spare ich Beleuchtungskosten bei Available Light-Szenen und verkürze Setup-Zeiten. Die begrenzte Verfügbarkeit erfordert frühzeitige Buchung, besonders bei A-Produktionen. Der Vintage-Look rechtfertigt die Mehrkosten, wenn er zum Projekt passt.

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