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Panavision ATZ
Kamera · Equipment

Panavision ATZ

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Anamorphe Zoom-Objektive von Panavision — kombinieren variable Brennweite mit anamorphem 2,39:1-Breitbildformat.

Technische Details

Das ATZ-System verwendet Schrittmotoren mit einer Auflösung von 0,01° für Zoom- und Fokusverstellung. Die Brennweitenabdeckung variiert je nach Objektiv zwischen 17-80mm bis 28-280mm bei konstantem T-Stop von 2.8. Das System speichert bis zu 16 Zoom/Fokus-Kombinationen als abrufbare Presets. Die Reaktionszeit beträgt unter 0,1 Sekunden, die maximale Zoomgeschwindigkeit liegt bei 8 Sekunden für den kompletten Brennweitenbereich. Ein integrierter Distanzmesser arbeitet mit Ultraschall oder LiDAR-Technologie für die automatische Motivverfolgung.

Geschichte & Entwicklung

Panavision entwickelte das ATZ-System 1987 als Antwort auf die wachsenden Anforderungen an präzise Kamerabewegungen in der TV-Produktion. Erste Prototypen kamen 1988 bei NBC-Sportübertragungen zum Einsatz. 1991 erfolgte die Markteinführung der ATZ-Serie mit den Modellen ATZ 70-400mm und ATZ 17-102mm. Die zweite Generation (ATZ-II) von 1995 integrierte digitale Steuerung und Speicherfunktionen. Seit 2003 arbeitet die ATZ-III-Serie mit CAN-Bus-Protokoll und ermöglicht Fernsteuerung über Glasfaser.

Praxiseinsatz im Film

ATZ-Objektive fanden primär in der TV-Produktion Verwendung, insbesondere bei Sportübertragungen und Live-Events. "The West Wing" (1999-2006) nutzte ATZ-Systeme für komplexe Walk-and-Talk-Sequenzen mit simultanen Zoom- und Fokusfahrten. Bei Dokumentarfilmen wie "Hoop Dreams" (1994) ermöglichten ATZ-Objektive das Verfolgen unvorhersehbarer Bewegungen ohne Schärfeverlust. Das System reduziert die Crew um einen Focus Puller und ermöglicht Ein-Mann-Betrieb bei ENG-Produktionen (Electronic News Gathering).

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu manuellen Zoomobjektiven mit separater Schärfenachführung arbeitet das ATZ-System vollautomatisch. Canon entwickelte mit dem CN-E 30-300mm T2.95-3.7 ein konkurrierendes System für digitale Kinokameras. Moderne Alternativen sind computergesteuerte Lens Control Systeme wie Preston FIZ oder RT Motion, die ähnliche Funktionalität bei höherer Flexibilität bieten. Für narrative Filmproduktionen werden heute meist Prime-Objektive oder manuelle Zooms bevorzugt, da sie mehr kreative Kontrolle ermöglichen. ATZ-Systeme bleiben Standard bei Live-TV, Sportproduktionen und Dokumentarfilmen mit unvorhersehbaren Motiven.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze das ATZ-System bei schnellen Dokumentardrehs, wo ich keine Zeit für manuelle Schärfekorrekturen habe. Die automatische Motivverfolgung funktioniert zuverlässig bei Interviews mit bewegten Personen, allerdings fehlt mir die feine Kontrolle über Schärfeverlagerungen für dramaturgische Effekte. Bei narrativen Projekten bevorzuge ich nach wie vor manuelle Systeme.

Regisseur

Das ATZ-System gibt mir die Freiheit für spontane Zoom-Fahrten ohne Sorge um Schärfeverlust, besonders wertvoll bei improvisierten Szenen oder Dokumentaraufnahmen. Allerdings schränkt die automatische Schärfenachführung meine Möglichkeiten ein, bewusst mit Unschärfe zu arbeiten oder den Fokus dramaturgisch zu verlagern. Für kontrollierte Narrative nutze ich lieber traditionelle Objektive mit erfahrenem Focus Puller.

Produzent

Das ATZ-System reduziert meine Crew-Kosten erheblich, da ich keinen separaten Focus Puller benötige – besonders bei TV-Produktionen und Dokumentarfilmen rechnet sich das schnell. Die höheren Mietkosten von 200-300€ pro Tag amortisieren sich durch gesparte Personalkosten und verkürzte Drehzeiten. Allerdings steigt das Risiko technischer Ausfälle, weshalb ich immer Backup-Objektive einplane.

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