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P3
Kamera · Technik

P3

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DCI-P3 Farbraum - der Wide-Gamut-Standard für digitale Kinoprojektion.

Überblick

"P3" bezeichnet im Kamera- und Postproduktionsumfeld den Farbraum DCI-P3 – einen RGB-Farbraum, der 2005 von der Digital Cinema Initiatives, LLC (DCI) für die theatralische digitale Kinoprojektion definiert wurde. Die zugehörigen technischen Standards wurden von der SMPTE veröffentlicht (u. a. SMPTE RP 431-2 und SMPTE EG 432-1). P3 deckt einen deutlich größeren Bereich des sichtbaren Farbspektrums ab als der klassische Broadcast- und Web-Standard Rec. 709/sRGB, vor allem in den Rot- und Grüntönen.

P3 ist damit kein Geräte- oder Grip-Equipment, sondern eine colorimetrische Spezifikation: Sie legt fest, welche Primärfarben, welcher Weißpunkt und welche Tonwertkurve (Gamma) ein digitales Kinobild verwendet. In der Praxis ist P3 das übliche Zielfarbraum-Ziel beim Mastering von Kinofilmen und beim Erstellen eines Digital Cinema Package (DCP).

Technische Daten

Primärfarben (CIE-1931-xy-Koordinaten):

  • Rot: x = 0,680 / y = 0,320
  • Grün: x = 0,265 / y = 0,690
  • Blau: x = 0,150 / y = 0,060

Weißpunkt und Tonwertkurve:

VarianteWeißpunktGammaTypischer Einsatz
DCI-P3 (Theatrical)ca. 6300 K (DCI-Weißpunkt, leicht grünlich)2,6Digitale Kinoprojektion, DCP-Mastering
Display P3 / P3-D65D65 (6500 K)sRGB-ähnliche Kurve (≈ 2,2)Displays und Mobilgeräte (Apple-Standard)

Alle P3-Varianten teilen dieselben Primärfarben; sie unterscheiden sich im Weißpunkt und in der Tonwertkurve. Zur Einordnung der Größe: DCI-P3 deckt rund 86,9 % von Pointer's Gamut ab, gegenüber 69,4 % bei Rec. 709/sRGB. Der noch breitere Farbraum Rec. 2020 reicht erkennbar über P3 hinaus.

Einsatz am Set und in der Post

Für das Kamera-Department ist P3 vor allem als Referenz- und Zielfarbraum relevant. Moderne Digitalkameras nehmen in der Regel in einem deutlich weiteren Sensor-Farbraum (Camera Native / Wide Gamut) und in Log auf; P3 kommt zum Tragen, wenn das Material für die Kinoprojektion gegradet und gemastert wird. Am Set dient P3 zudem der Monitorkontrolle – etwa wenn das Vorschaubild bereits die spätere Kinodarstellung annähern soll.

Wichtig ist die Unterscheidung der Varianten: Der theatralische DCI-Weißpunkt (≈ 6300 K) ist auf die Xenon-Projektionslampe abgestimmt und wirkt am Schreibtisch-Monitor leicht grünstichig. Für die Beurteilung auf Displays wird daher meist die D65-Variante (Display P3 / P3-D65) verwendet. P3 ist heute auch im Consumer-Bereich verbreitet, weshalb sich der Begriff über das reine Digital Cinema hinaus etabliert hat.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich grade grundsätzlich in P3, weil moderne Monitore am Set und in der Post diese Farbsättigung auch tatsächlich anzeigen können – anders als bei Rec. 2020, wo ich oft "blind" arbeite. Bei Hautfarben und warmen Tönen sehe ich sofort den Unterschied zu Rec. 709, besonders in den Orange-Rot-Bereichen, die für Gesichter entscheidend sind. Mein FSI DM240 zeigt mir exakt, was später auf iPhones und modernen TVs zu sehen sein wird.

Regisseur

P3 gibt mir deutlich mehr emotionale Palette für warme und kalte Kontraste – die intensiveren Rot- und Cyan-Töne verstärken die psychologische Wirkung meiner Farbdramaturgie erheblich. In Thriller-Sequenzen kann ich mit gesättigteren Blau-Grün-Tönen arbeiten, die in Rec. 709 zu blass wirken würden. Das erweiterte Spektrum unterstützt meine visuelle Erzählsprache, ohne dass ich auf Effekthascherei angewiesen bin.

Produzent

P3-Workflows erfordern entsprechende Monitore ab 3000 Euro aufwärts und verlängern das Grading um etwa 15%, da separate Deliverables für verschiedene Farbräume nötig sind. Netflix und Apple fordern P3-Master, während klassische TV-Broadcaster noch Rec. 709 benötigen – bedeutet doppelte Farbkorrektur-Sessions. Die Investition rechnet sich bei Premium-Content, da P3 inzwischen Standard für Streaming-Plattformen geworden ist.

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