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Overhead-Rahmen
Licht · Begriffe

Overhead-Rahmen

Overhead Frame
Murnau AI illustration
12x12 frame frame 20x20 frame 8x8 frame 6x6 frame 4x4 frame butterfly frame head

Rechteckiger Metallrahmen zum Spannen von Diffusionsfolien oder Netzen über große Flächen. Wird zwischen zwei C-Stands montiert.

Technische Details

Moderne Overhead-Rahmen tragen bis zu 150 kg pro Quadratmeter und werden durch Teleskopstützen oder Krane positioniert. Die Rohrkonstruktion verwendet Speedrail-Verbinder und kann modular erweitert werden. Typische Ausführungen umfassen 12x12 Meter für Außenaufnahmen mit einer Tragkraft von 2.000 kg Gesamtgewicht. Befestigungspunkte für Leuchtmittel befinden sich im 1-Meter-Raster, während Stoffbespannungen mittels Kederschienen oder Klettband fixiert werden. Die Aufbauhöhe variiert zwischen 4-12 Meter je nach Brennweite und gewünschter Lichtverteilung.

Geschichte & Entwicklung

1963 entwickelte der Beleuchter Conrad Hall für "In Cold Blood" das erste dokumentierte Overhead-System aus Baugerüst-Elementen. Die Firma Matthews Studio Equipment brachte 1971 das standardisierte "Butterfly Kit" auf den Markt. In den 1980er Jahren ermöglichten leichtere Aluminiumkonstruktionen den mobilen Einsatz außerhalb der Studios. Seit 2010 integrieren LED-Panels direkt in die Rahmenstruktur und reduzieren das Gewicht um 40%.

Praxiseinsatz im Film

Roger Deakins verwendete für "Blade Runner 2049" einen 18x24 Meter Overhead-Rahmen mit 200 LED-Panels für die Spinnerszenen. Bei "Mad Max: Fury Road" ermöglichte ein fahrbarer 15x15 Meter Rahmen gleichmäßige Ausleuchtung der Verfolgungsfahrten. Der Workflow erfordert 4-6 Stunden Aufbauzeit und mindestens drei Kranfahrzeuge. Vorteil: Großflächige, weiche Ausleuchtung ohne sichtbare Schatten. Nachteil: Wetterabhängigkeit und hoher Personalaufwand bei Wind über 25 km/h.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu Butterfly-Frames (maximal 6x6 Meter) decken Overhead-Rahmen größere Flächen ab, während Balloon Lights punktuelle Lichtquellen darstellen. LED-Walls ersetzen zunehmend klassische Overhead-Systeme für VFX-Produktionen, kosten jedoch 50.000-200.000 Euro gegenüber 5.000-15.000 Euro für konventionelle Rahmen. Bei Innenaufnahmen mit niedrigen Decken kommen Side-Rigs zum Einsatz, die vertikal neben der Szene positioniert werden.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich nutze Overhead-Rahmen primär für gleichmäßige Grundausleuchtung bei 360-Grad-Kamerabewegungen, da keine Lichtquellen im Bild erscheinen. Die weiche Lichtverteilung durch 8x8 Meter Silk reduziert meine Nachbelichtungsarbeit erheblich und ermöglicht bei Available-Light-Szenen natürlich wirkende Schatten ohne harte Kanten.

Regisseur

Für emotionale Szenen bevorzuge ich die gleichmäßige, schattenlose Ausleuchtung durch Overhead-Rahmen, da sie den Fokus vollständig auf die Schauspielleistung lenkt. Bei Actionsequenzen kann ich mit dem Team große Bewegungsräume ohne Licht-Umbaupausen abdrehen, was die Intensität der Darsteller aufrechterhält.

Produzent

Ein 12x12 Meter Overhead-Rahmen kostet mich 8.000 Euro Miete plus 12.000 Euro für drei Kranfahrzeuge und acht Mann Aufbauteam pro Drehtag. Dafür spare ich 40% der Beleuchtungsumbauten und kann bei Tageslicht-Szenen die Drehzeit von sechs auf zehn Stunden verlängern, was letztendlich zwei Drehtage einspart.

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