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ND-Folie
Licht · Equipment

ND-Folie

ND Gel
Murnau AI illustration
15lb sandbag 20 c stand 216 diffusion 250 diffusion 251 diffusion 25lb sandbag 35lb sandbag 40 c stand

Dünne ND-Filterfolie zum Aufkleben auf Scheinwerfer oder Fenster. Flexibel zuschneidbar für individuelle Lichtreduzierung.

Technische Details

Standard-ND-Folien sind 0,1mm bis 0,3mm dick und bestehen aus Polyesterträgermaterial mit Kohlenstoffpartikeln oder metallischen Beschichtungen. Gängige Dichtestufen umfassen 0,3 ND (50% Lichtreduktion), 0,6 ND (25%), 0,9 ND (12,5%), 1,2 ND (6,25%) und 1,8 ND (1,56%). Die spektrale Transmission variiert zwischen 400-700nm um maximal ±2%, wodurch Farbverschiebungen unter kritischen Schwellwerten bleiben. Lee Filters bietet ND-Folien in Rollen von 762mm Breite, während Rosco auf 610mm setzt. Hitzeresistente Varianten verkraften bis zu 120°C kontinuierliche Belastung.

Geschichte & Entwicklung

Kodak entwickelte 1952 die ersten fotografischen ND-Filter aus optischem Glas für Standbildkameras. Lee Filters brachte 1967 flexible ND-Folien für die Filmproduktion auf den Markt, zunächst nur in 0,9 ND-Stärke. 1974 erweiterte Rosco das Sortiment um kontinuierlich variable ND-Folien. Die Einführung von Inconel-beschichteten Folien 1989 verbesserte die Hitzebeständigkeit erheblich. Seit 2010 ermöglichen neue Sputterbeschichtungsverfahren extrem gleichmäßige Dichtewerte mit Toleranzen unter 1%.

Praxiseinsatz im Film

Bei "Blade Runner 2049" (2017) nutzte Roger Deakins ND 1,2-Folien vor Tungsten-Spots, um bei Tageslichtaufnahmen durchgängig mit Blende T2.8 arbeiten zu können. ND-Folien kommen standardmäßig zum Einsatz, wenn HMI-Scheinwerfer für Nachtszenen gedimmt werden müssen, da elektronisches Dimming Farbtemperaturverschiebungen verursacht. Der Workflow erfordert präzise Lichtmessung nach Folienanbringung, da Herstellerangaben um bis zu 0,2 Stops abweichen können. Nachteilig wirken sich Reflexionen an der Folienoberfläche aus, die bei ungünstigen Winkeln Doppelbilder erzeugen.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu CTO/CTB-Folien verändert ND-Material ausschließlich die Lichtmenge, nicht die Farbtemperatur. Scrim-Gewebe reduziert Licht um feste 0,5 oder 1,0 Stops, bietet jedoch keine Zwischenstufen. Elektronische Dimmer arbeiten stufenlos, verschieben aber bei Tungsten-Lampen die Kelvin-Werte erheblich. Variable ND-Filter am Objektiv ermöglichen kontinuierliche Anpassung, zeigen jedoch bei extremen Einstellungen Farbstiche und Vignettierung. ND-Folien bleiben bei kritischen Color-Grading-Projekten erste Wahl, wenn spektrale Neutralität entscheidend ist.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende ND-Folien hauptsächlich, um bei Außenaufnahmen mit konstanter T-Blende arbeiten zu können, ohne die Schärfentiefe zu verlieren. Besonders bei Available-Light-Szenen lassen sich so HMI-Spots exakt an die vorhandene Beleuchtung anpassen, ohne dass ich die Farbtemperatur korrigieren muss. Der Nachteil liegt in der zusätzlichen Reflexionsebene, weshalb ich bei kritischen Winkeln auf Scrim-Gewebe ausweiche.

Regisseur

ND-Folien ermöglichen mir, die Lichtstimmung einer Szene präzise zu kontrollieren, ohne die Farbdramaturgie zu beeinträchtigen. Wenn ich beispielsweise in einer Innenszene subtile Helligkeitsabstufungen zwischen verschiedenen Bereichen schaffen will, kann ich gezielt einzelne Lichtquellen abdunkeln. Dadurch entstehen natürlich wirkende Kontraste, die der emotionalen Entwicklung der Charaktere folgen, ohne dass künstliche Farbverschiebungen die Atmosphäre stören.

Produzent

ND-Folien kosten etwa 8-12 Euro pro Quadratmeter und amortisieren sich schnell gegenüber zusätzlichen Dimmern oder Lampenwechseln. Ein Standard-Set mit sechs verschiedenen Dichtestufen deckt 80% aller Drehanforderungen ab und passt in jeden Grip-Truck. Die kurzen Umbauzeiten von 2-3 Minuten pro Scheinwerfer halten Standzeiten gering, während die Wiederverwendbarkeit die laufenden Kosten minimiert.

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