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ND-Filter
Kamera · Equipment

ND-Filter

ND Filter
Murnau AI illustration
15lb sandbag 20 c stand 216 diffusion 250 diffusion 251 diffusion 25lb sandbag 35lb sandbag 40 c stand

Neutraldichtefilter reduziert gleichmäßig alle Lichtwellenlängen — ermöglicht offenere Blenden oder längere Belichtungszeiten bei hellem Licht.

Technische Details

ND-Filter bestehen aus optischem Glas mit aufgedampften Metallpartikeln oder eingefärbten Materialien. Feste Filter bieten Reduktionswerte von ND 0.3 bis ND 3.0 (10 Stopps). Mattebox-Systeme verwenden 4x4" oder 4x5.65" Filter, Rundfilter für DSLR-Objektive messen 77mm bis 95mm Durchmesser. IRND-Filter (Infrared Neutral Density) blockieren zusätzlich Infrarotlicht und verhindern Farbverschiebungen bei digitalen Sensoren. Variable Filter erzeugen bei extremen Einstellungen X-Pattern-Artefakte durch die gekreuzten Polarisationsebenen.

Geschichte & Entwicklung

Photographische ND-Filter existieren seit den 1930er Jahren für Langzeitbelichtungen. Tiffen entwickelte 1952 die ersten professionellen Cine-ND-Filter für Hollywood-Produktionen. Der Durchbruch für digitale Cinematographie kam 2008 mit den ersten IRND-Filtern von Schneider Optics, die Farbverschiebungen bei RED- und Canon-Kameras eliminierten. Variable ND-Filter etablierten sich ab 2010 für DSLR-Filmproduktionen, wobei Singh-Ray und später Polar Pro den Markt prägten.

Praxiseinsatz im Film

Roger Deakins verwendete schwere ND-Filter für die Tageslichtszenen in "Blade Runner 2049" (2017), um bei offener Blende f/1.4 zu filmen und extreme Unschärfe zu erzeugen. Bei "Mad Max: Fury Road" (2015) ermöglichten ND 1.2-Filter Kameramann John Seale 180°-Shutter bei hellem Tageslicht für natürliche Bewegungsunschärfe. Variable ND-Filter beschleunigen Run-and-Gun-Drehs, da keine Filterwechsel nötig sind. Starke ND-Filter (6+ Stopps) erzeugen in Kombination mit langen Verschlusszeiten Bewegungsstreaks bei fahrenden Autos oder fließendem Wasser.

Vergleich & Alternativen

Polarisationsfilter reduzieren Licht um 1-2 Stopps, beeinflussen jedoch Reflexionen und Kontrast selektiv. Elektronische ND-Filter wie Atomos' ND-System verwenden LCD-Technologie, erreichen jedoch nicht die optische Qualität von Glasfiltern. Digitale Belichtungskorrektur in der Post ist keine Alternative, da sie Bildrauschen verstärkt und Highlight-Details verliert. Graduated ND-Filter besitzen einen Verlauf und eignen sich für Landschaftsaufnahmen mit hellem Himmel. Während günstige Variable Filter unter 200€ Farbstiche verursachen, bieten Profi-Filter ab 800€ neutrale Farbwiedergabe.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze feste ND-Filter für kritische Szenen ein, da sie keine Farbverschiebungen verursachen und schärfer abbilden als variable Filter. Bei Handheld-Drehs verwende ich trotzdem Variable NDs, weil der Zeitgewinn beim Filterwechsel die leichten optischen Nachteile aufwiegt. Für extreme Unschärfe-Effekte kombiniere ich ND 1.8 mit f/1.4 und kann so auch bei Mittagssonne cineastische Tiefenschärfe erreichen.

Regisseur

ND-Filter ermöglichen mir traumähnliche Sequenzen durch extreme Unschärfe bei Tageslicht, ohne dass die Kamera übersteuert. Für emotionale Wendepunkte lasse ich oft mit offener Blende und schwerem ND drehen - das isoliert die Charaktere visuell vom Hintergrund. Bei Actionszenen nutze ich die Filter, um auch bei hellem Licht den 180°-Shutter zu halten und natürliche Bewegungsunschärfe zu erzielen.

Produzent

Ein Satz hochwertiger ND-Filter kostet 3000-5000€, spart aber täglich 30-45 Minuten Drehzeit gegenüber ständigen Beleuchtungsanpassungen. Variable Filter reduzieren die Anzahl benötigter Kameraassistenten, da weniger Filterwechsel nötig sind. Bei internationalen Koproduktionen standardisiere ich auf 4x5.65" Filter, da diese weltweit verfügbar sind und Mietkosten für lokale Ausrüstung senken.

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