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M90
Licht · Equipment

M90

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

M90: Großes HMI-Tageslichtscheinwerfer mit 9000 Watt Leistung für weitreichende Ausleuchtung im Außenbereich.

Technische Details

Der M90 arbeitet mit einer 9.000-Watt-HMI-Brenner und erreicht eine Brenntemperatur von etwa 6.000 Kelvin. Das elektrische Vorschaltgerät (Ballast) wiegt typischerweise 45-60 Kilogramm und benötigt einen 32-Ampere-CEE-Anschluss bei 400 Volt Drehstrom. Der Scheinwerferkopf selbst wiegt zwischen 25-35 Kilogramm und verfügt über eine stufenlose Fokussierung von Spot (8°) bis Flood (55° Abstrahlwinkel). Gängige Varianten sind der M90C (Compact) mit integriertem Ballast und der M90SE (Special Effects) mit erweitertem Zubehörsystem für Gobos und Farbfilter.

Geschichte & Entwicklung

Die ersten M90-Scheinwerfer kamen 1982 von ARRI auf den Markt, basierend auf der HMI-Technologie, die Osram bereits 1969 entwickelt hatte. 1987 führte K5600 Lighting den ersten flackerfreien M90 für High-Speed-Aufnahmen ein. In den 1990er Jahren etablierten sich elektronische Ballasts, die das Gewicht um 30% reduzierten und die Farbkonsistenz verbesserten. Seit 2010 verdrängen LED-Arrays zunehmend HMI-Leuchten dieser Leistungsklasse, wobei der M90 nach wie vor für spezielle Anwendungen unersetzlich bleibt.

Praxiseinsatz im Film

Ridley Scott nutzte M90-Scheinwerfer extensiv für die Tageslichtszenen in "Gladiator" (2000), um die mediterrane Sonne zu simulieren. In "Blade Runner 2049" (2017) setzte Roger Deakins M90-Arrays ein, um die monumentalen Außenkulissen gleichmäßig auszuleuchten. Der M90 eignet sich besonders für große Sets, Greenscreen-Produktionen und als Sonnenlicht-Ersatz durch Fenster. Bei Außenaufnahmen dient er als Fill-Light oder für Aufhellungen in schattigen Bereichen. Die hohe Lichtleistung ermöglicht Aufnahmen mit kleinen Blenden für maximale Schärfentiefe.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber dem kleineren M40 (4.000 Watt) bietet der M90 die doppelte Lichtleistung, während der M180 (18.000 Watt) nochmals das Doppelte erreicht, aber erheblich mehr Infrastruktur erfordert. Moderne LED-Panels wie der ARRI SkyPanel S360-C erreichen vergleichbare Lichtleistung bei geringerem Stromverbrauch und ohne Aufwärmzeit, kosten jedoch das Dreifache. Für kontrollierte Studioumgebungen bevorzugen viele Kameraleute heute LED-Systeme, während der M90 bei Budgetproduktionen und extremen Wetterbedingungen seine Stärken ausspielt.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze den M90 ein, wenn ich harte, gerichtete Schatten für dramatische Lichtstimmungen brauche oder große Flächen gleichmäßig ausleuchten muss. Die Farbkonsistenz über die gesamte Brenndauer ist exzellent, allerdings muss ich die 15-minütige Aufwärmzeit und das Flimmern bei älteren Ballasts einkalkulieren. Für Zeitlupenaufnahmen über 200 fps verwende ich ausschließlich elektronische Vorschaltgeräte.

Regisseur

Der M90 gibt mir die Möglichkeit, selbst bei bewölktem Himmel konsistentes "Sonnenlicht" zu schaffen und so die narrative Kontinuität zu wahren. Ich nutze ihn gezielt für Szenen, in denen hartes Licht die emotionale Spannung unterstreicht – die scharfen Schatten verstärken Konfliktmomente zwischen Charakteren. Bei Nachtszenen simuliere ich damit Mondlicht oder künstliche Lichtquellen wie Stadionbeleuchtung.

Produzent

Ein M90-Set kostet täglich etwa 180-220 Euro Miete, dazu kommen 15 Euro Stromkosten pro Drehtag bei Vollbetrieb. Der Transport erfordert einen separaten Sprinter für Kopf, Ballast und Stative, was die Logistikkosten erhöht. Ich kalkuliere grundsätzlich einen zusätzlichen Elektriker ein, da das Handling des 60-Kilo-Ballasts Erfahrung erfordert und Sicherheitsbestimmungen einzuhalten sind.

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