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Lomo Round Front
Kamera · Begriffe

Lomo Round Front

Murnau AI illustration
15lb sandbag 20 c stand 216 diffusion 250 diffusion 251 diffusion 25lb sandbag 35lb sandbag 40 c stand

Sowjetische Spherical-Objektive mit runder Frontlinse — warme Farbgebung und weiche Kontraste typisch für Lomo-Look.

Technische Details

Die Lomo Round Front Serie umfasst Brennweiten von 35mm bis 150mm bei einer konstanten Lichtstärke von T2,8-T3,5. Das Auflagenmaß beträgt 52mm für PL-Mount-Adaptionen, ursprünglich wurden sie für sowjetische Kameras mit 45,5mm konstruiert. Die Objektive wiegen zwischen 2,8kg (35mm) und 4,2kg (150mm) und messen 140-180mm in der Länge. Die Frontlinse hat einen Durchmesser von 95mm bei allen Brennweiten. Charakteristisch sind die blauen Lens-Flares, die durch die spezielle Mehrschichtvergütung entstehen, sowie die ovalen Bokeh-Kreise durch die anamorphe Kompression.

Geschichte & Entwicklung

LOMO entwickelte diese Objektive 1962 für das sowjetische Kino als Alternative zu den westlichen Cinemascope-Systemen von Panavision und Bausch & Lomb. Die Produktion lief bis 1985, wobei etwa 2.000 Exemplare entstanden. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gelangten viele Objektive auf den westlichen Markt. Seit 2010 werden sie von Spezialisten wie Iron Glass Adapters für moderne PL-Mount-Kameras adaptiert.

Praxiseinsatz im Film

Alejandro G. Iñárritu setzte Lomo Round Front Objektive in "The Revenant" (2015) ein, um die raue Wildnis-Atmosphäre zu verstärken. Die charakteristischen blauen Flares und die weiche Zeichnung bei offener Blende ergänzten die naturalistischen Available-Light-Szenen. Der Workflow erfordert eine Entzerrung in der Postproduktion mit einem De-Squeeze-Faktor von 2,0x. Die geringe Schärfentiefe bei T2,8 ermöglicht starke Freistellung, während die ovalen Bokeh-Kreise dem Bild eine unverwechselbare Ästhetik verleihen.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber modernen Anamorphoten wie den Panavision C-Series oder ARRI Master Anamorphic zeichnen sich Lomo Round Front durch stärkere optische Aberrationen und weniger korrigierte Verzeichnung aus. Während Zeiss Supreme Prime Radiance oder Atlas Orion kontrollierte Lens-Flares bieten, erzeugen die sowjetischen Objektive unberechenbarere, organischere Effekte. Für Clean-Look-Produktionen eignen sich moderne Systeme besser, während Lomo Round Front bei charakterstarken, artifiziellen Bildlooks unersetzlich bleiben.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende Lomo Round Front für Projekte, die eine organische, imperfekte Ästhetik brauchen - die blauen Flares und die weiche Zeichnung bei offener Blende geben mir einen Look, den ich mit modernen Objektiven nicht hinbekomme. Das Gewicht von über 3kg pro Objektiv macht Handheld-Aufnahmen anstrengend, aber auf dem Stativ sind sie absolut stabil und die Schärfeführung ist trotz des sowjetischen Baujahrs präzise genug für 4K-Produktionen.

Regisseur

Diese Objektive transportieren für mich eine nostalgische, leicht melancholische Stimmung durch ihre charakteristischen optischen Eigenarten - perfekt für Period Pieces oder Geschichten, die eine gewisse Entrücktheit brauchen. Die unvorhersagbaren blauen Lens Flares entstehen nicht auf Knopfdruck wie bei digitalen Effekten, sondern reagieren organisch auf Lichtquellen und geben jeder Szene eine authentische, analoge Anmutung.

Produzent

Ein Set kostet etwa 15.000-20.000 Euro, deutlich günstiger als moderne Anamorphic-Serien, aber die Beschaffung dauert oft Wochen und Ersatzteile sind rar. Die Objektivadaption für moderne Kameras muss ich zusätzlich einkalkulieren, und mein DoP braucht mehr Zeit für die Schärfeführung - unterm Strich rechtfertigt der einzigartige Look aber die zusätzlichen 10-15% Drehtage für ambitionierte Projekte.

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